Mittwoch, 27. August 2003

Hofburg: Wen Österreich will

  • NEWS-Gallup-Umfrage
  • Wer ins Klestil-Nachfolge-Rennen gehen soll

Landeshauptmann Erwin Pröll vermutlich. Oder doch eine ÖVP-Frau? Der Zweite Nationalratspräsident Heinz Fischer fast sicher. Die grüne Paradefrau Eva Glawischnig vielleicht. Und für die finanziell ausgezehrte FPÖ reicht’s ohnehin höchstens für die Zünglein-an-der-Waage-Rolle ohne eigenes personelles Angebot.

Das Kandidaten-Karussell um die Bundespräsidentschaft 2004 dreht sich immer wilder. Sehr zum strategischen Unwillen von Wolfgang Schüssels ÖVP: „Wir entscheiden diese Frage erst, wie geplant, im Jänner 2004, ansonsten gibt es derzeit dazu nichts zu sagen“, so VP-Klubchef Wilhelm Molterer. Weshalb auch SPÖ und Grüne mit „offiziellen“ Präsidentschafts-Ansagen noch zuwarten.

Was die Wähler wollen. Nur, ganz im Gegensatz zu den politischen Parteien wissen die Österreicher schon jetzt, acht Monate vor dem ersten Wahlgang im April 2004, offenbar schon ziemlich genau, wen sie als Kandidaten für das Amt des nächsten Bundespräsidenten wünschen:

  • Faktisch jeder zweite Österreicher, 49 Prozent, sagt, die Kanzlerpartei ÖVP solle tatsächlich Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll nominieren.
  • Und gar zwei von drei Österreichern, 65 Prozent, meinen, die SPÖ solle jedenfalls den 2. Nationalratspräsidenten Heinz Fischer in das Hofburg-Rennen schicken.

    Pröll & Fischer in Front. Indes, auf einen allfälligen Wahlsieg lassen diese Ziffern der jüngsten von NEWS beauftragten Gallup-Meinungsumfrage (Sample 500, Befragungszeitraum 25./26. August) keineswegs schließen. Gallup-Chef Prof. Fritz Karmasin: „Dass 65 Prozent die Nominierung Fischers und nur 49 Prozent die Prölls wollen, ist auf deren Umfeld zurückzuführen, Prölls innerparteiliche Konkurrenz ist etwas stärker.“ Aber, so Karmasin, „beide Herren gelten bei den Österreichern längst als die Topfavoriten und sind auch über alle Parteigrenzen hinweg anerkannt.“

    Pröll-Ferrero-Klasnic. In diesem VP-Trio ist es laut Gallup-Fakten lediglich Erwin Pröll, der – österreichweit mit 49 % – vor allem in allen anderen Parteien als der ÖVP mit satten Mehrheiten zur „Nominierung“ aufwarten kann:
  • Während die ÖVP Pröll mit 49 Prozent nominiert sehen will, wollen das gleich zu 53 % die SP-Wähler ebenso wie 54 % des FPÖ-Lagers. Selbst bei den Grünen sind es für Pröll noch sagenhafte 34 Prozent. Im Klartext: Pröll greift weit über das ÖVP-Reservoir hinaus.
  • Eine Steilvorlage für Benita Ferrero-Waldner, die österreichweit 31 Prozent nominiert sehen wollen. Für sie votieren nur je 32 % von ÖVP und SPÖ, 29 % bei den FP-Sympathisanten, aber immerhin starke 41% Grüne.
  • Relativ aussichtslos die österreichweite Nominierungs-Zustimmung (16 Prozent) für Steiermarks Landeschefin Waltraud Klasnic. Für sie votieren 12 % aus dem SPÖ-Lager, 19 % der ÖVP-Sympathisanten, 11 % Freiheitliche und nicht ganz erstaunlich doch 20 % der Grünen.

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    27.8.2003 16:39