Sonntag, 31. August 2003

Riesenfest: Im Wiener Rathaus feiert BILLA seinen 50er

  • FORMAT recherchierte den einzigartigen Aufstieg: vom "billigen Laden" ums Eck zum Lebensmittelmulti

Ausgelassene Feste gehören nicht zur Unternehmenskultur von Billa. Zu seinem Fünfzigsten lädt aber sogar der sparsame Konzern nächsten Freitag 700 Gäste ins Wiener Rathaus. Und kredenzt Schmankerln aus dem Hause Rewe Austria, wie die Billa-Gruppe heute heißt.

Auch die Kunden feiern. Sie bekommen zum Jubiläum das ganze Jahr über diverse Produkte zum halben Preis angeboten. Ein VW-Golf zum halben Preis wird wöchentlich verlost.

Wlaschek nicht dabei
Nur einer wird dem Festakt nicht beiwohnen: Karl Wlaschek, 86, der Mann, der Billa vor 50 Jahren gegründet hat. "Es würde ihn zu sehr aufregen, auf dem Empfang so eng mit seinem früheren Unternehmen in Berührung zu kommen", erklärt Hans Reischl die Absage von Wlaschek. Der Gründer selbst scheint die Sache weniger sentimental zu sehen: "Ich schlage alle Tage ein Kreuz, dass ich alles verkauft habe", sagte Wlaschek vor einem Jahr im FORMAT-Interview.

Seit 1953
1953 eröffnete Wlaschek sein erstes Geschäft, eine Parfümerie im fünften Wiener Bezirk. 1961, die WKW-Kette umfasste schon 45 Läden, legte er als Erster die Diskontidee auf den Lebensmittelbereich um. Billa - der "Billige Laden" - war geboren. Das Selbstbedienungs-Konzept erwies sich als ebenso revolutionär wie fünf Jahre später der Start mit dem Frischedienst für Fleisch, Obst und Gemüse.

Fernsehwerbung
In den siebziger Jahren setzte Billa als erste Supermarktkette auf TV-Werbung. Die erste Umsatzmilliarde erzielte Wlaschek Anfang der Siebziger. Schlag auf Schlag gründete er die Merkur-Märkte, die Ketten Libro und Bipa sowie den Diskonter Mondo.

Trotz Wirtschaftsflaute, die dem Handel laut Experten Umsatzrückgänge um die fünf Prozent beschert, vermeldet Veit Schalle für Billa heuer bislang ein zweistelliges Umsatzplus (siehe Interview). 2002 erzielte die Rewe Austria inklusive Auslandsgeschäft mit 47.000 Mitarbeitern einen Gesamtumsatz von netto 7,5 Milliarden Euro.

Spurlos gehen die magere Entwicklung und der harte Wettbewerb im Lebensmittelhandel aber auch an Rewe Austria nicht vorbei. Die Billa-Gruppe reagiert mit günstigen Eigenmarken wie "Clever" und liegt deshalb immer häufiger im Clinch mit der Industrie, die eine fortschreitende Auslistung ihrer - teuren - Markenartikel beklagt.

Die ganze Story finden Sie jetzt im aktuellen FORMAT

31.8.2003 15:59