Samstag, 30. August 2003

Flug-Krise: United Airlines bleibt im Insolvenzverfahren

Die zweitgrößte amerikanische Fluggesellschaft United Airlines wird nach einem erneuten Kurswechsel doch nicht in diesem Jahr aus ihrem Insolvenzverfahren heraus kommen. Das Unternehmen führte die unsichere wirtschaftliche Lage für die längeren Arbeiten an einem Restrukturierungsplan an.

United habe dem Insolvenzgericht in Chicago mitgeteilt, dass die Gesellschaft das Insolvenzverfahren irgendwann im ersten Halbjahr 2004 hinter sich bringen wolle, berichtete die "New York Times" am Samstag in ihrer Onlineausgabe. United befindet sich in einem Verfahren im Rahmen von Kapitel Elf des US-Insolvenzrechtes. Dies bietet temporären Schutz vor den Gläubigern und ermöglicht eine Fortführung der Geschäfte sowie Sanierungsbemühungen unter Aufsicht eines Insolvenzgerichts.

United-Anwalt James Sprayregen nannte die unsichere Atmosphäre der Luftfahrtbranche als Hauptgrund für die Verzögerung. Die amerikanischen Fluggesellschaften erwarten für das laufende Jahr nach Milliardenverlusten in den beiden Vorjahren rote Zahlen von insgesamt acht Milliarden Dollar (7,3 Mrd. Euro). Die US-Airlines hatten lange unter der schwachen US-Konjunktur sowie den Auswirkungen der Terrorattacken, des Irak-Kriegs und der Sars-Lungenkrankheit auf den Flugverkehr gelitten. Jetzt steht die schwache Herbst- und Winterreisezeit bevor.

United hatte von ihren Mitarbeitern 2,56 Milliarden Dollar Lohn- und Gehaltskonzessionen erhalten und hatte auch andere massive Kostensenkungen vorgenommen. Das Unternehmen muss aber einen neuen Antrag auf 900 Millionen Dollar an staatlichen Kreditgarantien stellen. Es muss auch dem Insolvenzgericht und den Gläubigern seinen Sanierungsplan vorlegen. United hat nach Angaben der Zeitung ungedeckte Pensionsverpflichtungen von bis zu 7,5 Milliarden Dollar für insgesamt 145.000 Mitarbeiter und Pensionäre.
(apa)

30.8.2003 13:09