Österreicher wollen geregelte Ladenöffnungszeiten
- "Schreckensbilder" beim Gedanken an völlige Liberalisierung
- Sonntag-Öffnung wäre "Verlust wichtiger Werte unserer Gesellschaft"
Die Österreicher befürchten als mögliche Folge einer totalen Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten einen Verlust wichtiger Werte der Gesellschaft. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstitutes "market", das die "Schreckensbilder" erhob, die die Österreicher als Folge eines überhaupt nicht mehr geregelten Aufsperrens der Geschäfte erwarten.
Das Institut befragte repräsentativ für die österreichische Bevölkerung insgesamt 401 Personen ab 18 Jahren zum Thema Ladenöffnungszeiten. 44 Prozent der Befragten befürchten etwa durch geöffnete Geschäfte an Sonn- und Feiertagen einen Verlust wichtiger Werte unserer Gesellschaft, nur zwölf Prozent sind der Meinung, dass eine Veränderung "sicher nicht eintritt". Als Problem sehen 48 Prozent vor allem den Zeitverlust für Partnerschaft und Familie.
Generell zeigt sich, dass die Ladenöffnungszeiten zwar für viel Gesprächsstoff sorgen, die Österreicher aber keine wirklichen Vorteile darin sehen. So glauben etwa 60 Prozent der Befragten, dass die Situation insbesondere für berufstätige Mütter im Handel - etwa durch ein Fehlen von Kinderbetreuungsplätzen an Sonntagen - "auf jeden Fall schwieriger wird". Lediglich vier Prozent stehen diesem Punkt eher gelassen gegenüber und sehen keine Veränderung für Mütter.
Befürchtet wird auch eine allgemeine Verwirrung für die Konsumenten: 50 Prozent glauben, dass durch unterschiedliche Öffnungszeiten das Einkaufen für die Kunden sehr unübersichtlich machen. Ein großer Teil der Befragten (49 Prozent) ist auch der Meinung, dass eine Änderung der Öffnungszeiten das endgültige Aus für die letzten noch vorhandenen "kleinen Geschäfte" bedeutet.
Eine uneingeschränkte Zustimmung findet daher die Liberalisierung in keiner der befragten Teilgruppen: 70 Prozent der Männer und Frauen sind gegen eine völlige Liberalisierung.
(apa)
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