Freitag, 29. August 2003

Wiener Börse-Chef: Alle AG sollen Verhaltenskodex bis 2005 annehmen

  • Zapotocky ist aber gegen verpflichtende Anwendung des Corporate Governance-Kodex
  • RHI-Chef: Kodex ist egal

Bis spätestens 2005 sollten alle börsennotierten österreichischen Unternehmen den Corporate Governance Kodex - Verhaltensvorschriften für eine gute und transparente Unternehmensführung - annehmen. Dies verlangt der Vorstand der Wiener Börse AG, Stefan Zapotocky.

Die Arbeiterkammer (AK) hatte zuletzt kritisiert, dass von 91 österreichischen Unternehmen, die an der Börse notieren, bisher nur 30 die freiwilligen Verhaltensregeln angenommen haben.

Zapotocky meinte dazu in Alpbach in einem Arbeitskreis zur "Corporate Governance", die Annahme des Kodicis schreite "ausreichend rasch" voran. Es sei "positiv, dass sich bereits die Hälfte der im ATX gelisteten Unternehmen zu den Regeln bekannt habe. "In ein bis zwei Jahren sollten aber alle Unternehmen den Kodex unterschrieben haben".

Die Verhaltensregeln verpflichtend vorzuschreiben, hält der Wiener Börse-Vorstand nicht für notwendig. Wenn ein Unternehmen sich "zu wenig offen" darstelle, disqualifiziere es sich von selbst.

Anders sieht das RHI-Chef Helmut Draxler. Zwar hat sein Unternehmen den Kodex "selbstverständlich akzeptiert". Aber: "Kein einziger Investor hat mich jemals nach dem Kodex gefragt". Entscheidend sei vielmehr für Groß- wie für Kleinanleger die Frage: "Wie läuft das Geschäft?".
(apa, red)

29.8.2003 10:18