IG Metall: Gewerkschafter wählten neuen Vorstand
- Deutsche Metaller in Streit versunken seit Niederlage in Streik um 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland

Auf einem Sondergewerkschaftstag wählte die deutsche IG Metall im Spätsommer 2003 einen neuen Vorstand. Nach wochenlangem Führungsstreit hatte sich die Gewerkschaftsspitze auf die Kandidatur des bisherigen Vize Jürgen Peters für den Vorsitz und des baden-württembergischen Bezirksleiters Berthold Huber als Stellvertreter geeinigt.
Streik-Niederlage mit Folgen
Der Führungsstreit war nach dem gescheiterten Streik für die 35-Stunden-Woche in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie eskaliert. Peters, der als bisheriger IG-Metall-Vize den Bereich Tarifpolitik verantwortete, lehnte persönliche Konsequenzen aus dem Streikdebakel ab.
Seinen Kritikern um den früheren Vorsitzenden Klaus Zwickel gelang es aber nicht, einen mehrheitsfähigen Gegenkandidaten zu finden. Um der Gewerkschaft eine Zerreißprobe zu ersparen, bestätigte der Vorstand seinen ursprünglichen Personalvorschlag mit Peters an der Spitze.
Schwaches Patt
Eine Figur mit wirklichem Charisma, die die Gewerkschaft einen könne und das nötige intellektuelle Format zur Führung hätte, fehlt aber. Das Tandem aus Peters und Huber ist laut Beobachtern "keine Lösung der Stärke, sondern ein Patt zwischen "Traditionalisten" und "Reformern".
(apa, red)
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