Donnerstag, 28. August 2003

Irak-Aufträge für Halliburton weit größer als bekannt

  • Ölverträge mit dem Pentagon über 1,7 Mrd. Dollar

Die lukrativen Ölverträge der US-Konzerne Halliburton und Bechtel in Irak sind Zeitungsberichten zufolge noch umfangreicher als bisher bekannt. Allein Halliburtons Verträge mit dem US-Verteidigungsministerium hätten ein Volumen von mehr als 1,7 Mrd. Dollar (1,56 Mrd. Euro), berichtete die Zeitung "Washington Post" am Donnerstag unter Berufung auf ihr vorliegende Dokumente.

Ursprünglich war das Vertragsvolumen auf rund 500 Mio. Dollar geschätzt worden. Darüber hinaus sei mit dem Ingenieurskorps der US-Armee ein Vertrag über mehrere hundert Mio. Dollar vereinbart worden, berichtete das Blatt weiter.

Halliburton, die über ihre Tochterfirma Kellogg, Brown and Root (KBR) am Wiederaufbau der irakischen Ölversorgung beteiligt ist, ist damit nach Informationen des Blatts der größte Vertragspartner der US-Regierung in Irak.

Die USA hatten nach heftiger Kritik Anfang Juli millionenschwere Ölverträge in Irak neu ausgeschrieben. Bei den Zwei-Jahres-Verträgen geht es unter anderem um das Löschen brennender Ölquellen und die Wartung von Pipelines und Raffinerien.

Die USA waren in die Kritik geraten, nachdem KBR im März den Zuschlag für die Arbeiten erhalten hatte. Halliburton wurde zwischen 1995 und 2000 von US-Vizepräsident Dick Cheney geleitet. Gut die Hälfte der Regierungsmitglieder waren entweder dort beschäftigt und/oder halten Aktien. Ein Öltanker von Halliburton ist nach Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice benannt.
(apa, red)

28.8.2003 14:08