Dienstag, 26. August 2003

Euro fällt zeitweise auf neues Viermonatstief

  • Euro durch die im Vergleich zu den USA und Japan schlechteren europäischen Konjunkturaussichten belastet

Die im Vergleich zu den USA und Japan schlechteren europäischen Konjunkturaussichten haben den Kurs des Euro am Dienstag weiter belastet und ihn zeitweise auf ein neues Viermonatstief unter 1,08 Dollar gedrückt. "Die Leute ziehen ihr Kapital aus den Euro-Renten ab und investieren lieber in den USA und Japan", sagte ein Händler mit Blick auf den knapp vierprozentigen Kursverlust der europäischen Valuta seit Anfang vergangener Woche.

Abflüsse aus Anleihen der Euro-Zone hinein in japanische und US-Aktien belasten den Euro seit längerem, da Anleger die Konjunkturaussichten in Japan und den USA besser einschätzen als in der Euro-Zone. In Zeiten wirtschaftlichen Aufschwungs legen Investoren ihr Kapital eher in Aktien an, weil sie sich davon höhere Renditen versprechen.

Bis vor kurzem hatten Investoren auf Grund der Konjunkturflaute noch vermehrt Geld in Staatsanleihen gesteckt, weil sie sich hier ihrer Renditen sicher sein konnten. Wegen der im internationalen Vergleich relativ hohen europäischen Leitzinsen waren die europäischen Papiere besonders stark gefragt. Die vermehrten Käufe von Euro-Renten durch Anleger aus Übersee waren mitverantwortlich für die Aufwertung des Euro seit Jahresbeginn.

Am Nachmittag lag der Euro bei 1,0822/25 Dollar, nach einem Stand von 1,0858/64 Dollar bei Handelsschluss in New York am Vortag. Im Referenzkursverfahren der Banken wurde der Kurs des Euro mit 1,0811 (1,0900) Dollar festgelegt. Die EZB ermittelte den Referenzkurs mit 1,0816 (1,0888) Dollar. (apa, red)

26.8.2003 16:17