Alpentransit in Österreich doppelt so hoch wie in der Schweiz - und viel weniger auf Schiene
- Tirol-Fahrverbote: Entscheidung der Europa-Richter fällt in den nächsten Wochen
Eine neue Studie zeigt dazu: Der Alpentransit in Österreich hat sich in den vergangenen 12 Jahren mehr als verdoppelt. Und: In der Schweiz läuft viel mehr Lkw-Transit über die Schiene!
Im Jahr 2002 haben fast 2,7 Mio. Lkw die österreichischen Alpen überquert - das ist doppelt so viel wie in der Schweiz, so der Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Österreich habe innerhalb von zwölf Jahren den Lkw-Alpenstransit mehr als verdoppelt. Im Gegensatz zur Schweiz, wo bereits 67 Prozent der Güter über die Schiene transportiert würden, betrage der Anteil in Österreich nur 27 Prozent.
| Güterverkehr über die Alpen: | ||||
| . | Schweiz | Frankreich | Österreich | Gesamt A, F, CH |
| Anzahl Lkw 1990 | 730.000 | 1,850.000 | 1,200.000 | 3,780.000 |
| Anzahl Lkw 2002 | 1,370.000 | 2,650.000 | 2,700.000 | 6,720.000 |
| Anteil Schiene im Jahr 2002 (in Prozent) | ||||
| . | 67 | 19 | 27 | 33 |
Quelle: Litra, VCÖ 2003
Geld gegen Gesundheit
Das Land Tirol plante ab 1. August ein sektorales Fahrverbot; zu dem es dann doch nicht kam. Eine einstweilige Verfügung zum Thema wird Mitte September vom Europäischen Gerichtshof verabschiedet.
Die EU-Kommission hatte die Aussetzung des Gesetzes verlangt, weil ein nicht wieder gut zu machender Schaden für Spediteure drohe. Ein möglicher, von Österreich angezweifelter, wirtschaftlicher Schaden einiger Spediteure, der über Staatshaftung allenfalls auszugleichen wäre, sei gegen eine tatsächliche, unbestrittene und auch nicht mehr rückgängig zu machende Gesundheits-Gefährdung der Bevölkerung im Unterinntal abzuwägen, hielt dazu der Vertreter der Republik Österreich fest. Wenn das sektorale Fahrverbot nicht in Kraft trete, bleibe die Bevölkerung ungeschützt.
Zusätzlich zur einstweiligen Verfügung muss die Klage der EU-Kommission gegen das Tiroler Gesetz behandelt werden. Dazu läuft das übliche Verfahren, das im Schnitt etwa zwei Jahre bis zur Urteilsverkündung dauert. Die Einstweilige Verfügung von Mitte September überbrückt die Zeit bis zum Urteil des EuGH über die Klage.
(apa, red)
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