Einkommensschere: Unterschied Frauen-Männer wird kleiner
- Abstand schrumpfte von 23,1% auf 22,8%
- Große Hürde nach wie vor Kinderbetreuung
Der Einkommens-Unterschied zwischen Männern und Frauen nimmt ab. Im Jahr 2000 lag die Differenz zwischen den beiden Geschlechtern bei ganztägig und ganzjährig Beschäftigten mit mittleren Einkommen bei 23,1 Prozent. Im Jahr darauf schrumpfte der Abstand auf 22,8 Prozent. Die große Hürde für Frauen ist laut Frauenministerin Rauch-Kallat nach wie vor fehlende Kinderbetreuung.
Drei Ansatzpunkte sieht Rauch-Kallat, um Frauen den Weg nach "oben" zu erleichtern: Einstieg, also Berufswahl; Berufsunterbrechung und genaue Zukunftsplanung sowie bessere Kinderbetreuung. Für die Berufswahl will Rauch-Kallat mehr Initiativen setzen. Die Technischen Universitäten etwa gehen von sich aus an die Schulen, um verstärkt Mädchen für bisher meist "männliche" Domänen zu begeistern - mit Erfolg, wie Rauch-Kallat betonte, der Anteil der Frauen in diesem Bereich sei verdoppelt worden.
Männerdomänen fallen
Wie über mehr Frauen an höheren Schulen und Universitäten zu verzeichnen und die PC-Nutzung keine Männerdomäne mehr sei. Gerade in höheren Tätigkeiten sei der Frauenanteil überproportional gestiegen: Waren es 1990 nur 33 Prozent Frauen, betrug diese Zahl im Vorjahr 37 Prozent. Bei Führungsjobs ist der Unterschied besonders deutlich: 15 Prozent 1990, 25 Prozent 2002. Leicht gestiegen ist die Frauenquote in Hilfsarbeiten (von 66 auf 71), gleich geblieben in so genannten mittleren Arbeiten, nämlich jeweils 63 Prozent. Gesunken ist der Frauenanteil bei gelernter Arbeit (von 69 auf 67 Prozent) - für Rauch-Kallat ein Zeichen von mehr Bildungs-Bewusstsein.
Zweiter Punkt ist das Thema Berufsunterbrechung, die Babypause. Frauen müssen dazu animiert werden, sich am Beginn der Karenz ihre weitere Laufbahn genau zu überlegen: arbeiten wie bisher, andere Qualifizierung, Umstieg - welche Möglichkeiten gibt es, welche Angebote des AMS können genutzt werden.
Die Kinderbetreuung ist der dritte Punkt. Für 3- bis 6-Jährige sei das Angebot bereits "im Großen und Ganzen" flächendeckend, große Lücken gebe es aber bei den ganz Kleinen, unter drei Jahre, und bei den 6- bis 12-Jährigen am Nachmittag. Und vor allem: "Die Angebote müssen leistbar sein, besonders für Alleinerziehende müssen wir eventuell finanzielle Unterstützung überlegen", so die Ministerin. Bei dieser Gelegenheit betonte sie die alte Forderung ihrer Partei nach steuerlicher Absetzbarkeit der Kinderbetreuung, auch um den real existierenden "grauen" Arbeitsmarkt zu legalisieren. (apa/ red)
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