Industrie sieht bei höheren Stromkosten Standort Österreich gefährdet
- Investitionsstopp und Abwanderung drohen
Weitere Erhöhungen der Stromkosten würden Österreich als Industrie-Standort gefährden. Investitionen würden ausbleiben, Kapital und Firmen würden ins Ausland abwandern. Dieses Szenario skizziert der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Lorenz Fritz am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien. Durch Energiesteuer und den Emissionshandel würden weitere Mehrkosten drohen, vor allem für die energieintensive Industrie.
Fritz bezieht sich dabei auf eine Befragung der IV unter 250 österreichischen Industrieunternehmen. Demnach hätte eine Steigerung der Energiekosten um bis zu 10 Prozent "dramatische Konsequenzen für den Wirtschaftsstandort und den 'Wachstumsmotor Industrie'". Demnach denken 35 Prozent der betroffen Unternehmen an einen sofortigen Investitionstopp in Österreich, 23 Prozent würden ihre derzeitige Produktion teilweise in Ausland verlagern, sollten die Energiekosten in diesem Ausmaß steigen. Zwei Prozent der Unternehmen würden sogar ihren Standort in Österreich aufgeben. 39 Prozent der Unternehmen würden höhere Energiepreise durch laufende Investitionen kompensieren.
Dramatischere Auswirkungen hätten um bis zu 20 Prozent höhere Energiepreise: Nur noch 3 Prozent der Unternehmen könnten die Mehrkosten durch laufende Investitionen ausgleichen, 32 Prozent der Unternehmen würden ihre Produktion ins Ausland verlagern. Jedes zweite Unternehmen würde sofort die Investitionen in Österreich einstellen, für 15 Prozent würde das überhaupt ein Aus für den Standort Österreich bedeuten, so die Studie.
Die neue Ökostromregelung bedeutete für die Industrie laut IV-Berechnung eine Erhöhung der Stromkosten um durchschnittlich rund 8 Prozent. Für etwa 45 Prozent der Unternehmen hätten sich die Stromkosten um weniger als 5 Prozent erhöht, für jedes zehnte Unternehmen um 25 Prozent oder mehr.
Industrie fürchtet Emissions-Regelung und Kyoto-Ziel
Dabei seien die Stromkosten für industrielle Großkunden in Österreich bereits vor In-Kraft-Treten der neuen Ökostromregelegung im europäischen Vergleich an vierter Stelle gelegen. Eine jetzt drohende Erhöhung des "Energiesteuerdeckels" von 0,35 auf 0,5 Prozent eine "weitere massive Belastung" für die energieintensive Industrie bedeuten, meint Fritz. In diesem Bereich arbeiten in Österreich rund 170.000 Personen.
Neben bereits beschlossenen Mehrbelastungen durch die Ökostromregelung und die Energiesteuer kämen mit der verpflichtenden Reduktion von CO2-Emissionen bis 2012 weitere Belastungen auf die energieintensive Industrie zu. Bis dahin müsse im Rahmen des so genannten Kyoto-Zieles die Emissionsmenge um rund 20 Prozent reduziert werden.
(apa/ red)
Cannes21:21
Zweite Goldene PalmeMichael Haneke gewinnt mit "Amour" den Hauptpreis bei den Filmfestspielen
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben

