"Superman" Sanchez wieder 400-m-Hürden-Weltmeister
- US-Sprinter Capel Weltmeister über 200 Meter der Herren
- Auch Weitsprung-Gold geht in die USA
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Felix Sanchez hat am Freitagabend bei den IX. Leichtathletik-Weltmeisterschaften in St. Denis bei Paris seinen Titel über 400 m Hürden erfolgreich verteidigt. Einen Tag vor seinem 26. Geburtstag siegte der für die Dominikanische Republik startende "Superman" in der Jahresweltbestzeit von 47,25 Sekunden vor dem US-Athleten Joey Woody (48,18) sowie dem Griechen Periklis Iakovakis (48,24) und feierte damit seinen bereits 30. Sieg in Folge.
Bisher war es nur dem legendären US-Amerikaner Edwin Moses 1983 und 1987 - im alten vierjährigen WM-Rhythmus - gelungen, aufeinander folgende Titel über die lange Hürdenstrecke zu gewinnen. Sanchez, der am 30. August 1977 in New York geboren wurde und in Kalifornien, wo er noch immer in L.A. lebt, aufwuchs, war bis 1999 ein Landsmann von Moses. Doch nach der bei den US-Trials mit Platz sechs verpassten WM-Qualifikation für Sevilla 1999 entschloss sich der Psychologieabsolvent der University of Southern California, fortan für die Heimat seiner Eltern zu starten, der er 2001 in Edmonton den ersten WM-Medaillengewinn in der olympischen Kernsportart bescherte.
Die sportliche Karriere des exzentrischen Golden-League-Triumphators von 2002, der immer mit einem rot blinkenden Armband, einem Souvenir von den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney, wo er im Semifinale scheiterte, läuft, begann übrigens im Baseball. Erst nach einem Handgelenksbruch im Alter von 15 Jahren wechselte er zur Leichtathletik, in der er seit dem Vorjahr zu den Superstars zählt. Auf den Oberarm hat er ein Superman-S tätowiert.
US-Sprinter Capel Weltmeister über 200 Meter der Herren
Über 200 m der Männer rehabilitierten sich die US-Sprinter für die schwere Niederlage über 100 m. John Capel siegte bei feucht-kühler Witterung und minimalem Rückenwind von 0,1 Metern/Sekunde in 20,30 Sekunden hauchdünn vor seinem Landsmann Darvis Patton (20,31). In Abwesenheit des griechischen Titelverteidigers Konstantinos Kenteris, der sich beim Training in Paris eine Leistenzerrung zugezogen hatte, holte der Japaner Shingo Suetsugu in 20,38 sensationell Bronze und damit die erste Sprintmedaille für Asien. "Das ist genau das, was wir geplant haben. Der US-Sprint ist wieder da, wo er hingehört - 'back on top'", lautete der großmäulige Kommentar von Capel, der auch über 4 x 100 m einen US-Triumph prophezeit.
Der 24-Jährige ist das jüngste von insgesamt elf Kindern einer Pfarrersfamilie aus Gainesville/Florida. Im Jahr 2000 hatte er die US-Trials gewonnen, war aber dann im Olympiafinale in Sydney gleich am Start gestolpert und deswegen nur Achter geworden. In den vergangenen beiden Jahren hatte er keine Wettkämpfe bestritten, weil er in der National Football League (NFL) engagiert war. Aber sowohl die Chicago Bears als auch die Kansas City Chiefs waren mit seinen Leistungen als Wide Receiver nicht zufrieden, weshalb er in diesem Jahr wieder zum Sprint zurück wechselte.
Auch Weitsprung-Gold geht in die USA
Im Weitsprung-Finale fehlte mit dem Kubaner Ivan Pedroso, der in der Qualifikation wegen einer Fußverletzung bereits nach dem ersten Sprung aufgegeben und damit das fünfte WM-Gold in Serie bereits vorzeitig verpasste hatte, ebenfalls der Weltmeister von Edmonton 2001. Und auch hier nützte mit Dwight Phillips ein US-Athlet die Gunst der Stunde. Mit 8,32 m gewann der 25-jährige Afroamerikaner vor dem Jamaikaner James Beckford (8,28) sowie dem Jahresweltbesten Yago Lamela (8,22) aus Spanien. (apa/red)










