GAK-Spieler waren in Amsterd die tragischen Helden
- Grazer haderten nach 1:2 gegen Ajax mit umstrittenen Elfer
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Wie eng im Fußball Triumph und Niederlage nebeneinander liegen, wurde dem österreichischen Vizemeister GAK am Mittwoch in schmerzlicher Art und Weise vor Augen geführt. Die Grazer brachten den niederländischen Rekordmeister Ajax Amsterdam beim 1:2 nach Verlängerung in der dritten und letzten Runde der Champions-League-Qualifikation an den Rand einer Niederlage, schienen phasenweise schon den Fuß in der Tür zur Eliteliga zu haben - und schlichen am Ende doch noch als tragische Helden vom Rasen der prunkvollen AmsterdamarenA.
Weder von der beeindruckenden Kulisse von 48.000 Zuschauern in einem der schönsten Stadien Europas noch vom Gegner selbst, der zu den Top-Adresse im Klub-Fußball zählt, ließen sich die "Roten Teufel" die Schneid abkaufen. Doppelt bitter, dass die Schachner-Elf vor allem gegen Ende der ersten und zu Beginn der zweiten Hälfte einige große Chancen auf den zweiten Treffer, der wohl den Aufstieg bedeutet hätte, ausließ und sich einem "Silver Goal" aus einem Hand-Elfmeter geschlagen geben musste, dessen Berechtigung von den GAK-Akteuren massiv angezweifelt wurde.
"Eine Schweinerei. Ich bin Sportsmann genug, um zuzugeben, wenn es ein Elfer gewesen wäre. Es war aber keiner", schimpfte Kapitän Toni Ehmann, dem der Ball in der 104. Minute im Strafraum an die Hand sprang. Dafür sah der Teamspieler wie schon zuvor Pötscher Gelb-Rot.
Trainer Walter Schachner wollte sich zum Penalty nicht äußern ("Ich habe das von der Betreuerbank aus nicht genau gesehen"), dennoch sparte er nicht mit Kritik am russischen Referee Walentin Iwanow. "Der Schiedsrichter hat zu viele Gelbe Karten gegen uns gezeigt. Aber Ajax gehört eben in die Champions League und der GAK ist nur ein kleiner österreichischer Verein."
Wenn auch die Enttäuschung bei "Schoko" und seinen Spielern groß war, vermochte der 46-Jährige dem unglücklichen Ausscheiden auch positive Aspekte abzugewinnen. "Wir haben heute wieder einen Schritt vorwärts gemacht. Die Mannschaft hat das 1:4 gegen Bregenz weggesteckt und vor 48.000 Zuschauern so gespielt, wie ich mir das vorstelle. Wenn wir diese Einstellung auch in der Meisterschaft bringen, können wir ganz oben mitspielen", meinte der frühere Teamspieler.
Dieser Meinung schloss sich auch Präsident Rudi Roth an, der seiner Mannschaft ein Pauschallob aussprach, und Hin- und Rückspiel gegen Ajax als die besten Leistungen einer GAK-Mannschaft überhaupt bezeichnete. Die entgangenen Champions-League-Millionen (der GAK hätte mit über fünf Mio. Euro rechnen dürfen) bereiten Roth kein Kopfzerbrechen. "Ich habe sowieso nie darauf geachtet. Vielleicht überstehen wir ja im UEFA-Cup zwei oder drei Runden, dann kommt auch einiges herein."
Auf die Schiedsrichter-Leistung angesprochen war die Gelassenheit des Vereinsbosses freilich schnell verflogen. "Die vielen Gelben Karten waren wie Nadelstiche für uns, die haben uns zermürbt", ärgerte sich Roth.
(apa/red)
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