Austria schlug sich CL-Türe schon in Wien zu
- Wiener scheiterten am Sytschew-Tor und an Abschlussschwäche
- PLUS: Alle Details zur CL-Qualifikation!
·0:0 in Marseille
Austria verpasst CL-Einzug knapp
·Ajax-Skandal
Schiri pfeift GAK in Verlängerung raus
Die geld- und prestigeträchtige Fußball-Champions League geht zum dritten Mal in Folge ohne österreichische Beteiligung in Szene. Schade, denn neben dem GAK fehlte auch der Austria in der dritten und letzten Runde nicht viel zur Qualifikation. Der Double-Gewinner aus Wien muss nun zumindest noch ein elftes Jahr auf die Rückkehr in die "Königsklasse" des europäischen Klubfußballs warten.
In Marseille heizten 55.000 heißblütige Zuschauer den Hexenkessel namens Stade Velodrome gewaltig auf. Doch die Tür zur Millionen-Liga haben sich die Veilchen schon im ersten Treffen mit dem Tabellendritten aus der Hafenstadt versperrt. Das war der allgemeine Tenor in der Enttäuschung. Nur das frühe Tor des Russen Dmitrij Sytschew vor zwei Wochen in Wien machte letztlich den Unterschied aus. "Die 180 Minuten zeigten, dass auf diesem Niveau manchmal Sekunden entscheiden", meinte Löw am Tag danach. Olympique hat ein Tor erzielt und "wir hätten aus den wenigen Möglichkeiten eines machen müssen."
Die jüngsten Europacup- und UI-Cup-Wochen hätten aber gezeigt, dass auch in Österreich guter Fußball gespielt werde. "Die Paschinger, der GAK und wir haben mit starken Gegnern mitgehalten und bewiesen, wenn man an sich wirklich glaubt, auch gut sein kann", befand der Deutsche, der jedoch die nicht immer vorhandene Sicherheit vermisst. Dass die Austrianer im Tempo und in Bedrängnis da und dort Probleme mit dem Ball hatten und dadurch das Abspiel litt, war freilich nicht zu übersehen. Gepasst haben hingegen die kämpferische Leistung und die Taktik, die zu fast 100 Prozent umgesetzt wurden und fast aufgegangen wäre.
Beides blieb Magna-Boss und Austria-Mäzen Frank Stronach in der österreichischen Heimat vor dem TV-Schirm und durch Berichterstatter seines Vertrauens per Telefon nicht verborgen. Laut Statthalter und Austria-Vize Andreas Rudas hätte sich der "Big Spender" zufrieden geäußert. Wenngleich er auf die Erfüllung seines Traumes, "in Europa ernsthaft mitspielen" zu wollen, noch etwas warten muss. "Neue Spieler für den UEFA-Cup werden nicht geholt, wir setzten auf Kontinuität und geben Löw Zeit,", meint Rudas.
Löws Vorgaben, lange ein 0:0 halten und dann stetig mehr Risiko nehmen, hätte die Violetten fast ans Ziel geführt. Wenn man dem Daum-Nachfolger einen Vorwurf macht, dann vielleicht den, nicht schon früher ausgetauscht zu haben. Fakt ist, dass seine Mannschaft ihre beste Zeit knapp vor und unmittelbar nach der Pause hatte. Besonders, als Vastic (47.) in OM-Keeper Runje seinen Meister fand, und Rushfeldt (55.) aus fünf Metern daneben knallte. "Da fehlt uns noch die Kaltschnäuzigkeit", bemerkte Löw richtig. Die Statistik bestätigt ihn: In den jüngsten fünf Europacup-Partien hat die Austria kein einziges Tor erzielt!
Die Austrianer nehmen jedoch auch Positives mit in den UEFA-Cup, in dem auf sie als Ungesetzte wieder eine harte Nuss warten könnte. Löw machte seiner Mannschaft nach dem Schlusspfiff keinen Wurf, "weil sie kämpferisch eine sehr gute Leistung gezeigt hat und wir bewiesen haben, dass wir auch gegen eine solche Mannschaft und vor 60.000 Zuschauern bestehen können." Im UEFA-Cup haben jetzt Vastic und Co. die Möglichkeit, das zu beweisen. Im Budget sind zwei Runden einkalkuliert.
(apa/red)
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