Donnerstag, 28. August 2003

Alles Gute zum Geburtstag! Jean-Claude Killy wird 60

  • Vom Skihelden zum Multi-Millionär

Sein Name ist nicht nur Synonym für den alpinen Skirennsport, sondern auch ein Beispiel für die verschiedenen Facetten eines Erfolgsmenschen. Jean-Claude Killy, der heute seinen 60. Geburtstag feiert, ist auch lange nach dem Ende seiner einzigartigen Sportler-Karriere auf vielen Feldern präsent. Der dreifache Olympiasieger von Grenoble 1968 wacht heute als Vorsitzender der IOC-Koordinierungs-Kommission über die Vorbereitungen zu den Winterspielen 2006 in Turin. Kaum einer wäre geeigneter als Killy, der maßgeblichen Anteil daran hatte, dass Olympia 1992 in seiner Savoyer Heimat in Albertville stattfand.

Der 1999 bei der Wiener "World Sports Awards"-Gala zum "Wintersportler des Jahrhunderts" gekürte Sohn eines Elsässers zog bereits im Alter von drei Jahren nach Val d'Isère. Schon als kleines Kind stürzte er sich die Hänge herunter. "Er wollte immer der Beste sein", erinnerten sich Jugendfreunde.

Ersten Siegen standen jedoch schwere Verletzungen wie Bein- und Knöchelbrüche sowie eine Gelbsucht gegenüber. 1963 fand Killy den Anschluss an die Weltspitze, doch bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck 1964 blieben ihm die erhofften Medaillen versagt. Nach dieser kleinen Enttäuschung holte er jedoch alle Erfolge im Eiltempo nach.

1966 wurde Killy in Portillo (Chile) Weltmeister in der Abfahrt und Kombination. Zwei Jahre später gelang Frankreichs "Ski-Napoleon" bei den Olympischen Winterspielen auf seinen Heimbergen in Grenoble der totale Triumph mit Siegen in Abfahrt, Riesenslalom und Slalom, was zuvor nur Toni Sailer 1956 in Cortina gelungen war. Killy profitierte allerdings im damaligen Nebel-Torlauf davon, dass der Sieglauf von Karl Schranz nachträglich annulliert wurde.

Nach dem Gewinn des Gesamt-Weltcups beendete Killy noch 1968 seine Karriere, und die Prioritäten verschoben sich. "Ich will so viel Geld wie möglich machen", machte der Hoteliersohn keinen Hehl aus seinen Plänen. Es folgten zahlreiche Werbeverträge und eine Skiprofi-Karriere in den USA. Als Dollar-Millionär kehrte er nach Frankreich zurück und zog sich zunächst ins Privatleben zurück.

Nach dem Tod seiner Frau Danielle 1987 flüchtete sich Killy in die Arbeit und die Vorbereitung der Winterspiele von Albertville. Seit 1995 ist er IOC-Mitglied und wurde dort immer wieder für hohe Posten gehandelt. Doch Diplomatie gehört nicht zu seinen größten Stärken. Als zwischenzeitlicher Generaldirektor der Tour de France hatte er auch in einem völlig anderem Metier Erfolg. Der Chef von Coca-Cola Frankreich, Multi-Millionär und Vater dreier Kinder lebt heute in der Schweiz.

(apa/red)

28.8.2003 14:09