Khatami dementiert iranische Atomwaffen-Ambitionen
- "Verständnis für internationale Bedenken"
·Nordkorea
Militärparade 55. Nationalfeiertag
·Nordkorea
Konferenz ohne Einigung beendet
Der iranische Präsident Mohammed Khatami hat jegliche Ambitionen seines Landes auf Atomwaffen entschieden dementiert. Zugleich äußerte er aber Verständnis für diesbezügliche Bedenken der internationalen Staatengemeinschaft.
Zuvor hatte der außenpolitische EU-Repräsentant Javier Solana bei einem Besuch in Teheran gefordert, dass der Iran alle offenen Fragen zu seinem Atomprogramm beantworten und uneingeschränkte Inspektionen seiner Anlagen erlauben müsse.
"Wir versichern, dass Nuklearwaffen in der iranischen Verteidigungsstrategie keinen Platz haben", erklärte Khatami in einem Fernsehinterview. Allerdings behalte sich sein Land das Recht vor, die einschlägigen Technologien für die friedliche Nutzung der Kernenergie zu erwerben. Die Besorgnis des Auslands hinsichtlich atomarer Belange nannte er gerechtfertigt, mit Bezug auf Iran aber unbegründet. Massenvernichtungswaffen würden schon vom islamischen Standpunkt her als moralisch verwerflich abgelehnt.
Solana hatte es vor allem als wichtig bezeichnet, dass der Iran die von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) aufgeworfenen Fragen zu Spuren hoch angereicherten Urans in seiner Anlage Natans kläre. Der Bericht von IAEA-Generaldirektor Mohamed El Baradei habe die internationale Besorgnis erhöht, dass in Iran Uran für die Atomwaffenproduktion angereichert werde.
Außenminister Kamal Kharrazi bekräftige indessen frühere iranische Angaben, dass die in Natans eingesetzte Ausrüstung kontaminiert worden sei, bevor Iran sie gekauft habe. Die Ursache sei vorerst noch unklar. "Niemand hat das Recht, voreilige Schlüsse zu ziehen, bevor die IAEA ihr Urteil abgegeben hat", betonte Kharrazi. Zugleich bekräftigte er die Bereitschaft seines Landes, ein zusätzliches Protokoll zum Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen zu unterzeichnen, um der IAEA erweiterte Inspektionen zu gestatten. Solana sagte, diese Schritte könnten die Beziehungen Irans zu Europa vertiefen. (apa)
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
