Samstag, 30. August 2003

Nach "Kursk"-Unglück vor 3 Jahren: Wieder Atom-U-Boot gesunken

  • Neun Besatzungsmitglieder tot - U-Boot löste sich in stürmischer See von Schlepper, liegt in 170 m Tiefe

Rund drei Jahre nach dem "Kursk"-Unglück, bei dem 118 Seeleute ums Leben kamen, versank am Freitag wieder ein russisches Atom-U-Boots im Meer. Das schrottreife mit Nuklear-Antrieb ausgestattete U-Boot "K- 159" sank in der Barentsee, neun der zehn Matrosen an Bord starben. Das Schiff wurde zum Abwracken zu einer Werft geschleppt, als sich in der stürmischen See das Schlepptau löste.

Die russische Marine sieht keine Strahlengefahr durch das gesunkene Atom-U-Boot. Der Reaktor des 1989 ausgemusterten Bootes "K- 159" sei abgeschaltet und "in einem ungefährlichen Zustand", sagte Marinesprecher Igor Dygalo am Samstag in Moskau. Das Verteidigungsministerium bestätigte die Rettung eines Überlebenden.

Das 107 Meter lange Kriegsschiff aus der ersten Generation sowjetischer Atom-U-Boote war in der Nacht auf Samstag auf dem Weg zur Abwrackwerft gesunken. Ersten Berichten zufolge hatte sich die "K-159" in einem Sturm von den Pontons losgerissen, mit denen es über Wasser gehalten wurde. Sie liege in 170 Meter Tiefe drei Seemeilen (5,5 km) nordwestlich der Insel Kildin vor der Kola-Halbinsel.

Verteidigungsminister Iwanow informierte Präsident Putin, der zu Besuch in Italien ist, über den Unfall. Vor drei Jahren waren beim Untergang des russischen Atom-U-Boots "Kursk" alle 118 Seeleute ums Leben gekommen. (apa)

30.8.2003 10:08