Freitag, 29. August 2003

Jetzt ist´s amtlich: Im heurigen Sommer war´s so heiß wie noch nie!

  • 2003 übertraf auch Hitzejahr 1811
  • Der heißeste Sommer-Tag war der 13. August: 38,6° in Zwerndorf

Was wir alle geahnt haben, ist jetzt amtlich bestätigt: Das Jahr 2003 war so heiß wie noch nie! Nur ein Beispiel: Graz meldete bis 29. August 49 Tage mit mehr als 30 Grad - im bisher heißtesten Sommer 2001 waren es 31 Tage! Es ist der wärmste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen. Erstmals wurden Temperaturen übrigens anno 1811 niedergeschrieben. Österreichs heißester Sommer-Tag war der 13. August. Da meldete Zwerndorf 38,6°!

Vom Kalender her endet der Sommer am 23. September, die Klimatologen nehmen aber die Werte vom 1. Juni bis 31. August - und da verzeichneten die Wetterfrösche heuer einen absoluten Rekord. Die wenigen noch ausstehenden Augusttage werden nichts ändern: 2003 war in Österreich der wärmste Sommer seit Beginn meteorologischer Messungen im 18. Jahrhundert. Das steht im "Vierteljahresbericht" der Hohen Warte.

Der Grundstein wurde der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zufolge schon mit dem Juni 2003 gelegt, der ebenfalls der wärmste seit Messbeginn war. Nach einem überdurchschnittlich warmen Juli sorgte der August, der an vielen Orten rekordverdächtig ist, für dieses Ergebnis.

Die Rekordzahl an 30-Grad-Tagen in den Landeshauptstädten

  • Graz
    2001: 31
    2003: 49

  • Klagenfurt
    1994: 29
    2003: 40

  • Innsbruck
    1994: 22
    2003: 38

  • Wien
    1992, 1994: 28
    2003: 38

  • St. Pölten
    1992: 29
    2003: 36

  • Eisenstadt
    1994: 32
    2003: 35

  • Linz
    1994: 28
    2003: 32

  • Salzburg
    1994: 21
    2003: 38

  • Bregenz
    1992: 15
    2003: 49

    Durchschnittlich 3 bis 5° über Normalwerten
    Die Mitteltemperaturen dieses Sommers liegen laut Helmut Derka von der ZAMG drei bis fünf Grad Celsius über den Normalwerten. An den zwei Messstellen mit bis in das 18. Jahrhundert zurückreichenden Temperaturreihen, Kremsmünster und Wien, war der zuvor wärmste Sommer im Jahr 1811. In Kremsmünster wird das Sommermittel 2003 etwa 21,4 Grad betragen (im Vergleich zu 20,7 Grad im Jahr 1811), in Wien vermutlich 22,5 (1811 waren es 21,8 Grad).

    Zwerndorf: 38,6 Grad C
    Der heißeste Tag dieses Sommers war der 13. August. An diesem Tag meldete Zwerndorf (NÖ) den Höchstwert von 38,6 Grad C. In Eisenstadt wurde am gleichen Tag mit 38,4 Grad ebenfalls die höchste dort je gemessene Temperatur registriert.

    Stift Zwettl: 2,9 Grad C
    Der Sommer zeigte sich aber stellenweise auch "frostig". Abgesehen von den Bergen wurde die tiefste Temperatur dieses Sommers vom 23. Juni beim Stift Zwettl mit 2,9 Grad gemessen.

    40 bis 70 % weniger Niederschläge
    Die Kehrseite der Medaille: Nach vorläufigen Zahlen fielen verbreitet nur 40 bis 70 Prozent des langjährigen Niederschlagsdurchschnitts. Besonders betroffen waren Gebiete im Osten und Südosten Österreichs. So fielen laut ZAMG in Bad Radkersburg bis Freitag in diesem Sommer erst 116 mm Niederschlag statt normaler 339, das sind nur 34 Prozent. Trocken hatten es auch die Wetterfrösche selbst auf der Hohen Warte mit nur 80 mm statt durchschnittlicher 195 mm (41 Prozent).

    Zahl der Sonnenstunden
    Auch auf die Zahl der Sonnenstunden hatte der Rekordsommer seine Auswirkungen: Österreichweit gab es in diesem Sommer zehn bis 30 Prozent mehr Sonne als im langjährigen Durchschnitt. Von den Landeshauptstädten bildet das mit etwas mehr Regen "gesegnete" Klagenfurt das Schlusslicht, aber immerhin mit vorläufig 794 statt normaler 710 Stunden Sonne. Besonders begünstigt war dagegen Bregenz, wo man statt 645 Sonnenstunden 2003 schon 850 genießen konnte. Klagenfurt ausgenommen ist der Sommer 2003 in allen anderen Landeshauptstädten der sonnigste seit Beginn der jeweiligen Messungen. (apa/red)

    29.8.2003 11:10