Chaos in Italien: Experten fürchten weitere Unwetter!
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Die Provinz Udine hat an diesem Wochenende ein katastrophales Ende der heißesten Sommerzeit seit Jahrhunderten erlebt. Schwere Niederschläge und Murenabgänge verursachten in der Nacht auf Samstag in den Gemeinden des nördlichen Teils der Provinz Schäden in Millionenhöhe. Drei Menschen kamen dabei ums Leben. Klima-Experten warnen indes vor einer weiteren Wetterverschlechterung und noch mehr Regen.
Wetterexperten warnen vor einer Verschlechterung der Wetterlage in Friaul. In den kommenden Tagen ist mit weiteren Gewittern und Regenfällen zu rechnen, nachdem sich die Lage am Sonntag gebessert hatte. Die Niederschläge werden jedoch nicht mehr so verheerend wie in der Nacht auf Samstag sein, als 300 Liter Regen pro Quadratmeter im nördlichen Teil der Provinz Udine gefallen waren und schwere Murenabgänge verursachten. Nach Angaben des Wetterbeobachtungszentrum Osmer sei erst Mitte der kommenden Woche mit einer Besserung der Lage zu rechnen.
Die Zivilschutzbehörde forderte die Friulaner auf, die betroffenen Gemeinden zu meiden, um die Arbeiten zur Säuberung der Straßen von Schlamm und Steinen nicht zu erschweren. "Hunderte von Personen drängen in die betroffenen Gebiete, um den Zustand ihrer Ferienwohnungen zu kontrollieren, dies erschwert unsere Arbeit", betonte ein Sprecher des Zivilschutzes.
Kanaltal in Noritalien am schwersten betroffen
Auch Straßen, Brücken und die Bahnverbindung nach Österreich wurden schwer beschädigt. In Österreich wurde vor allem Kärnten getroffen. Verheerende Gewitter verwandelten das Kanaltal und den Canal del Ferro an der Grenze zu Österreich in eine Wüste aus Schlamm und Steine. In wenigen Stunden fielen auf den verdörrten Bergen der Gegend 300 Liter Regen pro Quadratmeter. Die Niederschläge dauerten zirka fünf Stunden; die nach Monaten ausgetrockneten Bäche der Gegend wuchsen zu enormen Flüssen an, die Gebäude, Hotels, Autos und Stromleitungen wegrissen. In Ugovizza wurde ein 45-jähriger Mann vor den Augen seiner Angehörigen von einer Mure begraben. Eine 50-jährige Frau wurde in ihrer Garage von einer Gerölllawine erdrückt
Bis zu einer Milliarde Euro Schaden
Die Bilanz des Wasserinfernos im nördlichen Teil der Provinz Udine ist verheerend: 260 Gebäude wurden beschädigt, sieben Häuser stürzten ein, die Bundesstraße 13 wurde auf mehreren Abschnitten wegen der Murenabgänge blockiert. 400 Personen mussten ihre Wohnungen in Ugovizza verlassen und die Nacht in einer Kaserne in Tarvis verbringen. In sieben Gemeinden, darunter Tarvis, Pontebba und Ugovizza wurden die Wasser-, Strom- und Telefonleitungen schwer beschädigt. In Pietragliata stürzten eine Brücke und ein Hotel ein. Die Schäden in der Provinz Friaul werden zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Euro geschätzt.
Aufräumarbeiten werden Wochen dauern
Feuerwehrmannschaften und Freiwillige arbeiteten pausenlos, um die Straßen und die Bahnlinien von den Steinen und dem Schlamm zu befreien, die das Verkehrssystem der Gegend stark beschädigt hatten. Die Region forderte die Regierung in Rom auf, die Provinz Udine zum Katastrophengebiet zu erklären und Sonderhilfe für die am stärksten betroffenen Gemeinden zu gewähren.
Schwere Unwetter trafen auch andere norditalienische Regionen. In der Lombardei war das Valchiavenna-Tal nach mehreren Murenabgängen vorerst nur per Hubschrauber erreichbar. Ein 51-jähriger Mann wurde am Samstagabend in Val Blenio in der bergigen Gegend Valtellina (Norden der Lombardei) von einer Mure weggerissen, während er mit einem Traktor in der Nähe seines Hauses arbeitete. Durch starke Winden wurden in der Provinz Novara am Freitagabend 13 Menschen verletzt. Im Trentino und in der Umgebung von Padua richteten heftige Regenfälle und Hagelschauer schwere Schäden an. (apa/red)
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