Donnerstag, 28. August 2003

Wieder Blackout! Chaos in London nach massivem Stromausfall!

  • Bis zu 500.000 Menschen waren betroffen - kein Terror-Akt
  • Züge und U-Bahn-Stationen mussten evakuiert werden

Chaos in London: Hunderttausende saßen Donnerstag Abend in U-Bahnen und Zügen fest. Es war der zweite große Blackout nach dem Stromausfall in Kanada und den USA. Durch einen Fehler im Transformatoren-System fiel der Strom für 34 Minuten aus. Der Vorfall ereignete mitten in der Rush-Hour. Die Lage normalisierte sich nur langsam. Der Londoner Bürgermeister Ken Livingstone zeigte sich entsetzt über den Vorfall und kündigte eine Untersuchung an.

Bis zu 500.000 Menschen waren in der Rush Hour am Donnerstagabend von dem halbstündigen Stromausfall in der Hauptstadt und angrenzenden Regionen überrascht worden, schätzte Londons Bürgermeister Ken Livingstone. Er forderte eine Untersuchung der "völlig inakzeptablen" Störung. Einen terroristischen Hintergrund schloss er aus.

Die Stromunterbrechung konnte nach Mitteilung der Versorgungsgesellschaft National Grid nach 34 Minuten behoben werden. Nach der Ursache der Störung werde noch gesucht. Am späten Abend kam der U-Bahn-und Zugverkehr in der Metropole allmählich wieder in Gang. Mit Verzögerungen müsse aber noch während der ganzen Nacht gerechnet werden, sagte ein Sprecher der Eisenbahngesellschaft Network Rail. Hunderttausende von Pendlern gaben den Versuch auf, überhaupt noch nach Hause zu kommen, berichtete die BBC.

Londoner U-Bahn
Am schwersten wurde das Londoner U-Bahnnetz von dem Ausfall betroffen. Nach offiziellen Angaben blieben 60 Prozent der Züge stehen. Zehntausende machten sich zu Fuß auf den Heimweg oder wichen auf Busse und Taxen aus. Im Stadtzentrum fielen vorübergehend bis zu 270 Verkehrsampeln aus. Straßenlampen funktionierten nicht mehr.

Auch der Zugverkehr im Südosten Englands wurde von dem Stromausfall stark beeinträchtigt. Die BBC zeigte Bilder von Eisenbahnzügen, die mitten in London auf den Brücken still standen. Bis zu 1000 Züge seien stehen geblieben, teilte Network Rail mit. Täglich pendeln vier Millionen Arbeitnehmer in die britische Hauptstadt. Der Eurostar-Verkehr durch den Kanaltunnel wurde nach Angaben eines Sprechers nicht betroffen.

USA & Kanada
Vor zwei Wochen hatte ein gewaltiger Stromausfall in mehreren Großstädten im Nordosten der USA und in Kanada ein Chaos ausgelöst. Millionen Menschen hatten in New York die Nacht in völliger Dunkelheit verbracht. "Ich finde es sehr komisch, dass diese beiden Vorfälle so kurz aufeinander folgen", meinte der Beamte Alan Basford. (apa/red)

28.8.2003 20:39