Blair vor Kelly-Ausschuss: "Irak-Papier wurde nicht aufgebauscht"
- "Wären Beschuldigungen wahr, hätte ich zurücktreten müssen"
- Blair übernimmt Verantwortung für Nennung von Kellys Namen
·Affäre Kelly
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Der britische Premierminister Blair hat vor dem Untersuchungsausschuss zur Kelly-Affäre den Vorwurf scharf zurückgewiesen, seine Regierung habe das umstrittene Dossier über irakische Massenvernichtungswaffen aufgebauscht. Einen entsprechenden Bericht des BBC-Reporters Andrew Gilligan nannte Blair am Donnerstag "völlig unsinnig".
"Das war eine absolut fundamentale Anschuldigung. Wenn die Beschuldigungen wahr gewesen wären, hätte ich zurücktreten müssen", sagte der Premier. "Es war ein Angriff auf meine Integrität." Zur Überraschung von Beobachtern übernahm Blair in seiner zweieinhalbstündigen Vernehmung "die volle Verantwortung" für die Veröffentlichung des Namens von David Kelly als Quelle für den umstrittenen BBC-Bericht.
Der 59-jährige Irak-Waffenexperte hatte sich nach der Veröffentlichung seines Namens in den Medien Mitte Juli das Leben genommen. "Ich übernehme die volle Verantwortung für diese Entscheidung. Es war doch ganz klar, dass der Name sowieso herauskommen würde", sagte Blair.
Blair erklärte, die Affäre habe erheblich an "Brisanz" gewonnen, nachdem von der BBC der Name seines PR-Chefs Campbell in Zusammenhang mit dem angeblichen "Aufbauschen" ins Spiel gebracht worden sei. Von dem Moment an sei es um seine "Integrität" gegangen, sagte Blair. Mehrere Zeugen hatten Campbell zuvor vorgeworfen, das Dossier "umgeschrieben" zu haben.
Laut BBC soll Kelly die Regierung beschuldigt haben, wider besseres Wissen und gegen Bedenken der Geheimdienste in dem Dossier zu behaupten, Saddam Hussein könne chemische und biologische Waffen innerhalb von 45 Minuten in Stellung bringen. Diese Behauptung hatte Blair bei Vorlage des Dossiers am 24. September 2002 im Unterhaus als ein zentrales Argument für die akute Bedrohung durch den Irak benutzt.
(apa)
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