Mittwoch, 27. August 2003

Massenpanik: Mindestens 39 Tote bei Hindu-Fest

  • Unglück ereignete sich bei einem rituellen Bad
  • Mindestens 125 weitere Pilger seien verletzt worden

Bei einer Massenpanik während des Hindu-Festes Kumbh Mela sind im Westen Indiens mindestens 45 Menschen ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich am Mittwoch, als sich mehr als eine Million Gläubige zu einem rituellen Bad im Fluss Godavari nahe der Stadt Nasik versammelten, wie Bürgermeister Dashrath Patil mitteilte. Mehr als 70 Pilger seien verletzt worden.

Wie die Regierung des Unionsstaates Maharashtra mitteilte, drängten sich rund 50.000 Menschen hinter einer Absperrung, die nachgab und zusammenbrach. Mindestens 39 Menschen seien zu Tode getrampelt worden. Unter den Opfern waren laut Patil zwei Polizeibeamte. Die Verletzten wurden in Rettungswagen und Polizeifahrzeugen in Krankenhäuser nach Nasik gebracht. An dem Fest nahmen am Mittwoch nach Schätzung der Polizei zwischen 1,5 Millionen und 1,6 Millionen Pilger teil.

Das Kumbh-Mela-Fest findet alle zwölf Jahre in Allahabad statt und in kleinerem Umfang alle drei Jahre an anderen Orten, darunter bei Nasik, rund 175 Kilometer nordöstlich von Bombay. Es beginnt am 30. Juli und endet am 1. September. Jedes Jahr nehmen daran schätzungsweise 60 Millionen Pilger teil. Das Fest geht auf einen hinduistischen Mythos zurück. Demzufolge erbeuteten Götter einen Topf mit Nektar, der sie im Kampf gegen Dämonen unbesiegbar machte. Ein Gott floh mit dem Nektar und verschüttete dabei an zwölf Stellen - vier in Indien und acht im Himmel - Tropfen des Nektars.

Bei größeren Hindu-Festen kommt es immer wieder zu Unglücken. 1999 waren in Südindien bei einer Massenpanik nach einem Erdrutsch 51 Gläubige ums Leben gekommen. 1986 kostete ein ähnliches Unglück in Haridwar 50 Menschen das Leben. 1954 waren beim Kumbh-Mela-Fest in Allahabad rund 800 Pilger umgekommen. (apa)

27.8.2003 13:28