Mittwoch, 27. August 2003

Keine Annäherung zu Beginn der Pekinger Atomgespräche

  • Nordkorea macht Schicksal der Gespräche von USA abhängig
  • Gastegeber China plädiert für maßvolle Verhandlungen

Die Sechser-Gespräche über eine Beendigung des nordkoreanischen Atomprogramms haben am Mittwoch in Peking keine Annäherung gebracht. Weder die USA noch Nordkorea hätten Zugeständnisse gemacht, berichteten südkoreanische Diplomaten nach Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap.

Nordkorea bekräftigte seine Forderung nach einem formellen Nichtangriffspakt mit Washington, während die USA auf einem überprüfbaren Ausstieg Nordkoreas aus seinem wieder aufgenommenen Atomprogramm beharrten.

Nordkorea machte das Schicksal der dreitägigen Gespräche von den USA abhängig. Die USA müssten ihre feindliche Politik aufgeben und den Nicht-Angriffs-Pakt abschließen, gab das kommunistische Parteiorgan "Rodong Sinmun" die harte Haltung Pjöngjangs wider. Die USA sollten nicht versuchen, Nordkorea nur durch ein mündliches Versprechen oder ein nicht bindendes Dokument mit Sicherheitszusagen dazu zu zwingen, seine "nukleare Abschreckung" aufzugeben. Es sollten keine "unvernünftigen Bedingungen" gestellt und der Weg des "Gebens und Nehmens" gegangen werden.

Die USA, China, Südkorea, Russland und Japan wollen Nordkorea in den dreitägigen Gesprächen dazu bringen, auf sein Atomwaffenprogramm zu verzichten. Dafür werden Pjöngjang außer Sicherheitsgarantien auch wirtschaftliche Hilfe in Aussicht gestellt. Diplomaten erwarteten keinen Durchbruch, sondern hoffen auf eine weitere Runde vor Jahresende.

China als Gastgeber hat die Teilnehmer zu maßvollen Verhandlungen aufgefordert. Die Gespräche müssten auf gleicher Augenhöhe und mit großer Vernunft geführt werden, sagte Chinas Vizeaußenminister Wang Yi zu Beginn des Treffens. Die Gastgeber platzierten die Kontrahenten USA und Nordkorea an einem sechseckigen Tisch nebeneinander. China ist der engste Verbündete Nordkoreas. Die USA zählen Nordkorea zu einer "Achse des Bösen" aus Staaten, die den Frieden in der Welt mutwillig gefährden. (apa, red)

27.8.2003 09:42