Montag, 25. August 2003

Liberia: Bis zu tausend Zivilisten wurden bei "Massaker" getötet

  • Trotz Friedensabkommen sollen Rebellen im Nordosten von Monrovia Dörfer in Brand gesteckt haben

Trotz der Unterzeichnung eines Friedensabkommens sind bei erneuten Kämpfen in Liberia bis zu tausend Zivilisten getötet worden. Im Bezirk Nimba im Nordosten der Hauptstadt Monrovia habe es offenbar "ein Massaker" gegeben, sagte der stellvertretende liberianische Generalstabschef Benjamin Yeaten der Nachrichtenagentur AFP.

Es sei unklar, wie viele Menschen dabei getötet worden seien - "es könnten hundert sein, es könnten aber auch tausend sein". Rebellen hätten "viele Dörfer" in Brand gesteckt.

In der vergangenen Woche habe es in der Region mehrfach Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen gegeben. Die Bürgerkriegsparteien der westafrikanischen Republik hatten erst am vergangenen Montag ein Abkommen unterzeichnet, in dem sie sich auf das sofortige Ende der Kämpfe und die Bildung einer Übergangsregierung geeinigt hatten.

UNO-Schiff in Seenot
Zwischen Liberia und der westlich angrenzenden Republik Sierra Leone geriet ein Schiff der Vereinten Nationen mit rund zweihundert Menschen an Bord in Seenot. Das Schiff mit 145 Flüchtlingen aus Sierra Leone habe auf hoher See seinen Motor verloren und treibe auf halber Strecke zwischen Monrovia und Freetown, der Hauptstadt des Nachbarlandes, sagte eine Sprecherin des UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) der Nachrichtenagentur AFP.

Für die Menschen an Bord bestehe keine unmittelbare Gefahr; zahlreiche Strömungen trieben das Schiff demnach aber zurück. Die UNO und die US-Marine seien verständigt und hätten bereits zwei Schiffe zur Hilfe losgeschickt. Das UNHCR hatte nach dem Rücktritt von Liberias Präsident Charles Taylor damit begonnen, Flüchtlinge aus Sierra Leone in ihre Heimat zurückzubringen.

25.8.2003 08:01