Sonntag, 31. August 2003

Werte-Debatte: Wortmeldungen "kotzen" Strasser an!

  • Innenminister übt scharfe Kritik an Gehrer und Khol
  • VP-Khol: Zuwanderung nötig, FP-Bleckmann strikt dagegen

Wertefrage, Förderung von Kinderbetreuungsplätzen und Zuwanderung: Der Streit wirft nicht nur zwischen den Koalitionspartnern Gräben auf, auch innerhalb der ÖVP und der FPÖ gibt es dazu durchaus widersprüchliche Ansichten. Nun übt Innenminister Strasser scharfe Kritik an den jüngsten Äußerungen seiner ÖVP-Kollegen Bildungsministerin Gehrer und Parlamentspräsident Khol. "Höchste Zeit, dass der Sommer zu Ende geht", meint der Minister. Strasser wörtlich: "Manche Wortmeldungen der letzten Tage kotzen mich an."

Insbesonders jene Aussagen, die Partys verbieten und zum Kinderkriegen aufriefen, ärgern Strasser, wie er in den NÖ Nachrichten sagt.

"Besonders entbehrlich ist, den Österreichern mit Zuwanderung zu drohen, wenn sie nicht bereit wären, Kinder zu kriegen." Die Entscheidung für oder gegen Kinder sei, so Strasser, eine "höchstpersönliche Angelegenheit": "Das geht die Politik nichts an."

Aufgabe der Politik sei es, Rahmenbedingungen zu schaffen und - falls sich Voraussetzungen ändern würden - aufzuklären und darauf hinzuweisen: "Aber nicht anzuklagen." Strasser nimmt die jungen Leute "ausdrücklich in Schutz": "Die haben schon Werte wie Familie, Beruf, Treue - sie sind aber eben auch für Feiern und Fröhlichsein." (apa)

31.8.2003 17:42