Tirol-Wahl: VP startete Wahlkampf mit Kritik an Grünen und SP
- Präsentation der 71 Kandidaten zur Landtagswahl
Startschuss zur Landtagswahl: Vor hunderten Parteifunktionären und Sympathisanten hat die Tiroler VP am Freitagabend im bis auf den letzten Platz gefüllten Congress Innsbruck offiziell ihren Wahlkampf begonnen. In Anwesenheit zahlreicher Bundespolitiker mit Nationalratspräsident Andreas Khol an der Spitze wurden insgesamt 71 Kandidaten für die kommende Landtagswahl präsentiert. Bei der Erläuterung des Wahlprogrammes sparte Landesparteiobmann LH Herwig van Staa nicht mit Kritik an seinem Koalitionspartner SPÖ und an den Grünen.
Sehr emotional reagierte Van Staa gleich zu Beginn seiner mehr als einstündigen Rede auf den Vorwurf des Tiroler SP-Vorsitzenden Hannes Gschwentner, wonach er keine soziale Kompetenz habe. Diese Bemerkung entspreche nicht der Tatsache und sei "weit unter der Gürtellinie", meinte der VP-Chef. Er verwies unter anderem auf seine 40-jährige aktive und unentgeltliche Tätigkeit in der Sozialarbeit oder seine geplanten Maßnahmen für eine "humane Pflege".
Als "Opportunisten" bezeichnete Van Staa die Tiroler Grünen. Diese würden das Wort "populär" oft mit "Populismus" verwechseln. Die von ihnen "vielbeschimpfte Pensionsreform" sei ein "Lärcherl" gegenüber dem Vorschlag der deutschen Bundesregierung. In der Transitfrage habe sich mit dem Baubeginn der Unterinntaltrasse "viel bewegt", betonte Van Staa. "Die Grünen sind zwar dafür, aber dann eigentlich doch nicht", kritisierte er. In Schutz nahm der VP-Spitzenkandidat die Wildbach- und Lawinenverbauungen sowie die Speicherkraftwerke. Dieser "Lebensraumschutz für die Bevölkerung" würde immer auch ein Umweltschutz sein, sagte Van Staa in Richtung der Grünen.
Im Beisein von Außenministerin Benita Ferrero-Waldner, Verteidigungsminister Günther Platter, Generalsekretär Reinhold Lopatka , EU-Kommissar Franz Fischler, SVP-Obmann Siegfried Brugger und anderen Spitzenvertretern der Partei stellte der Landeshauptmann weiters fest, dass er keinen "Griff" auf Wasser und Elektrizität in Tirol zulassen werde. "Die Versorgungssicherheit unseres Landes darf nicht gefährdet werden", sagte Van Staa. Von der Bundesregierung verlangte er eine Garantie, dass sie die ansonsten entstehenden Kosten übernehmen müsse. Sie müsse die "Lebensfähigkeit" der Tiroler Betriebe zudem sichern.
Eine Zuspielung mit lobenden Worten für Van Staa von Wiens Bürgermeister Michael Häupl und die Vorstellung von Kino- bzw. TV-Werbespots rundeten den Wahlkampfauftakt ab. Im Anschluss lud die VP zu einem "Volksfest" mit Musik, Tanz und kulinarischen Spezialitäten aus sämtlichen Tiroler Bezirken. (apa/red)
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