Samstag, 30. August 2003

Khol: Bei sinkenden Geburtenraten - Zuwanderung notwendig

  • Kohl in "profil": Jugendlichen Wert von Kindern vermitteln
  • Kondome sind "absolut wichtig"

Nationalratspräsident Andreas Khol hält angesichts der sinkenden Geburtenraten in Österreich eine Diskussion über Zuwanderung für nötig. "Wenn wir die Kinder im eigenen Land nicht haben, werden wir Familien mit Kindern aus unseren Nachbarländern benötigen. Wir müssen bald über Zuwanderung diskutieren", erklärt er in der aktuellen Ausgabe des "profil".

Im Interview spricht sich Khol des weiteren für "verantwortete Sexualität" unter Jugendlichen aus. Dies sei "der moderne Begriff für Keuschheit", so Khol. Gleichzeitig befürwortet der Nationalratspräsident die Verwendung von Verhütungsmitteln durch Jugendliche. Khol: "Ich glaube, dass Kondome absolut wichtig sind und junge Leute sie auch benützen sollen." In diesem Punkt sei er als praktizierender Katholik "nicht der Meinung des Heiligen Vaters".

Ideele Werte als Sinn des Lebens
Die umstrittenen Aussagen von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer zu den sinkenden Geburtenraten in Österreich verteidigt der sechsfache Vater. Gehrer habe "eine Diskussion darüber angeregt, worin eigentlich der Sinn besteht" und das "nicht nur materielle Güter, sondern auch ideelle Werte wie Kinder Sinn des Lebens sind". Die ältere Generation habe die Verantwortung den Jüngeren zu vermitteln, dass "Kinder einen unschätzbaren Wert darstellen".

Allerdings sehe er persönlich "keinen Gegensatz zwischen Partys und Kindern". Er selbst "liebe es auf Partys zu sein" und sei keiner, der sage, "die heutige Jugend wäre so schlimm, die gestrige war besser".

Beim Kinderwunsch seien finanzielle Fragen offensichtlich nicht ausschlaggebend, so Khol im "profil"-Interview. In Großbritannien gebe es trotz kurzer Karenzzeiten und niedrigem Kindergeld einen Babyboom. Demgegenüber habe Österreich trotz drei Jahren Karenzzeit und Kindergeld sinkende Geburtenraten zu verzeichnen.

30.8.2003 09:22