Unwetter in Kärnten: Betroffene kehren in ihre Häuser zurück
- Angespannte Lage im Friaul!
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Nach den Unwettern, die am Wochenende im Kärntner Gailtal und in der oberitalienischen Provinz Udine schwere Schäden angerichtet hatten, wurden die Aufräumarbeiten am Montag fortgesetzt. In Vorderberg (Bezirk Hermagor) konnten die meisten Bewohner in ihre Häuser zurückkehren. Bürgermeister Hans Ferlitsch (S) bezifferte die Sachschäden mit fünf bis sieben Millionen Euro.
Landeshauptmann Jörg Haider (F) kündigte rasche finanzielle Hilfe an. In Ugovizza (Provinz Udine) nahe der Grenze zu Kärnten, wo 400 Gebäude beschädigt wurden, mussten 200 Menschen noch in Behelfsunterkünften ausharren.
"Wir haben noch am Sonntag mit 270 Feuerwehrleuten und 70 Pionieren die gröbsten Schlammmassen aus den Häusern entfernt", sagte Bezirksfeuerwehrkommandant von Hermagor, Herbert Pitzler. Am Montag wurde mit dem Auspumpen der Keller begonnen. Bagger und Lkw waren noch im Einsatz, um die Geröllmassen unterhalb des Dorfes zu beseitigen. Pioniere des Bundesheeres bleiben vorerst in Vorderberg.
Landeshauptmann Haider kündigte bei einer Pressekonferenz Hilfe aus Mitteln des Kärntner Nothilfswerkes und des Katastrophenfonds des Bundes an. Ein entsprechendes Schreiben an Finanzminister Karl-Heinz Grasser sei bereits abgeschickt worden, sagte Haider in Klagenfurt. Für die Restaurierung der schwer beschädigten Kirche in Vorderberg werde es Mittel aus dem Kulturbudget des Landes geben. Auch das seit langem diskutierte Verbauungsprojekt für den Vorderberger Bach müsse rasch realisiert werden, erklärte der Landeshauptmann. Kommenden Mittwoch soll eine außerordentliche Regierungssitzung stattfinden.
Nach Murenabgängen sind in Kärnten der Wurzenpass, die Eggeralm-, die Vorderberger- die Kreuzener- und die Farchersee-Landesstraße weiterhin gesperrt.
Angespannte Lage im Friaul
In der Gemeinde Ugovizza, wo Schlammassen die Häuser teilweise bis zum ersten Stock verschütteten, konnten am Montag zumindest die Straßen geräumt werden. Kärntner Einsatzkräfte, die den Ort wegen der Gefahr weiterer Erdrutsche verlassen hatten, kehrten in die Gemeinde zurück, um beim bei den Aufräumarbeiten zu helfen.
Die Autobahn im Kanaltal war auch am Montag nur mit Behinderungen befahrbar. Die Bundesstraße durch das Kanaltal, die Pontebbana, wird voraussichtlich mehrere Monate lang nicht durchgehend benützbar sein. Nach wie vor unterbrochen war die Bahnverbindung, Züge nach Österreich wurde über die Brennerstrecke umgeleitet.
Neue Murenabgänge
Sonntag am Abend gingen im nördlichen Teil der Provinz Udine neuerlich kleine Muren nieder. Italienische Hydrogeologen warnten vor weiteren Erdrutschen. "Die Wälder und die Berge müssen geschützt werden, Bäche und Flüsse dürfen nicht mehr sich selbst überlassen werden", sagte der Chef des Instituts für hydrogeologischen Schutz, Lucio Ubertini. Die Provinz Udine sei ein Opfer zu zunehmenden "Tropikalisierung" des Klimas.
Kältewelle: Nur noch 5 Grad
In Bezug auf Temperaturen war davon am Montag allerdings nichts zu bemerken: In Tarvis wurden in der Früh nur fünf Grad, in Udine lediglich 13 gemessen. Verantwortlich war eine Kaltfront aus Norden. In Triest gab es Wind mit Spitzengeschwindigkeiten von 75 Kilometern pro Stunde. Lignano wurde von einer Windhose heimgesucht, die Bäume entwurzelte und mehrere Campingplätze verwüstete.
(apa)
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