Freitag, 29. August 2003

Kärnten: Haider ist Spitzenkandidat für Wahl 2004

  • Wahlziel: FPÖ wieder stärkste Partei in Kärnten
  • Keine Äußerungen zur Übernahme der Bundesparteispitze

Nun doch wieder alles anders? In den vergangenen Monaten hatte Jörg Haider vielfach betont, im Herbst die FPÖ-Führung von Herbert Haupt zu übernehmen. Nun will sich der Kärntner Landeshauptmann doch lieber mehr in seinem Bundesland engagieren. Am Sonntag hat er offiziell bekannt gegeben, bei den Landtagswahlen im März 2004 wieder als Spitzenkandidat der FPÖ anzutreten.

Auf die Frage, ob er weiterhin Bundesparteiobmann werden wolle, antwortete der Landeshauptmann: "Das ist seit unserem Gespräch mit Herbert Haupt geklärt. Wir haben akzeptiert, wie er sich seine Zukunft vorstellt." Haider bestätigte, dass ein Wechsel an der Spitze der Bundespartei im September "angedacht" gewesen sei. "Jetzt aber konzentrieren wir uns darauf, in Kärnten die Bastion auszubauen."

Es sei aber ein Fehler gewesen, eine nicht konsolidierte FPÖ aus der Hand gegeben zu haben, sagte Haider. "Jetzt müssen wir zu zweit das wieder ins Lot bringen." Wie dies geschehen soll, wollte er nicht bekannt geben.

"Interne Strategien soll man nie bekannt geben", assistierte Haupt. Er betonte, dass die FPÖ "kein uneiniger Verein" und "auch immer vertragstreu" sei. Letzteres könne man von der ÖVP nicht behaupten. "Die Volkspartei ist intern nicht homogen", sagte der Vizekanzler wörtlich.

Haider kandidiert wieder in Kärnten
Haider wörtlich: "Ich habe für mich in den letzten Wochen eine kleine geistige Rast gemacht und nachgedacht, wie kann es weiterergehen. Ich habe festgestellt, dass die Leute zufrieden sind und mich gerne als Landeshauptmann haben. Daher habe ich mich entschlossen, noch einmal als Landeshauptmann ins Rennen zu gehen."

Über seine Ambitionen, wieder an die Spitze der Bundespartei zurückzukehren, gab es von Haider am Sonntag keine Aussagen.

Wahlen 1999
Bei den letzten Landtagswahlen am 7. März 1999 erreichte die FPÖ mit Haider 42 Prozent der Stimmen und wurde zur stärksten Partei in Kärnten. Seit April 1999 ist Haider Landeshauptmann.

Für VP-Wurmitzer keine Sensation
"Keine Sensation" ist für den Kärntner ÖVP-Obmann Georg Wurmitzer die Ankündigung Jörg Haiders, bei der kommenden Landtagswahl am 9. März als Landeshauptmannkandidat der FPÖ ins Rennen zu gehen. "Damit hat sich Herbert Haupt offenbar durchgesetzt", sagte Wurmitzer am Sonntag gegenüber der APA.

"Wo ist die Sensation, dass ein amtierender Landeshauptmann wieder antritt?", gab Wurmitzer zu bedenken. Es handle sich an sich um "das Normalste auf der Welt", dass der Regierungschef kandidiere, wenn er nicht krankheits- oder altersbedingt aufhören müsse. Es sei ein Polittheater inszeniert worden, mit dem der übliche Vorgang einer Kandidatur dem staunenden Wählervolk als Sensation verkauft worden sei, kritisierte Wurmitzer.

Grundsätzlich begrüßte er aber das Antreten Haiders: "Wir wollen haben, dass er sich den Wählern stellt." Wurmitzer konstatierte aber auch eine bundespolitische Komponente. Offensichtlich bedeute die Kandidatur des Landeshauptmannes aber auch, dass sich FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Haupt "mit seiner Hartnäckigkeit" gegenüber Haider durchgesetzt habe. Dessen Streben nach dem Parteivorsitz sei ein Dämpfer versetzt worden. (apa/red)

29.8.2003 12:29