Donnerstag, 28. August 2003

Morak: Keine Privatisierung des ORF

  • Auch keine Ausweitung der Werbezeiten
  • Gebührenerhöhung als "Vorleistung"

Eine deutliche Absage an Privatisierungsüberlegungen in Sachen ORF hat Kunst- und Medienstaatssekretär Morak erteilt. "Die Bundesregierung und vor allem meine Partei stehen weder für eine Privatisierung des ORF noch für eine Ausweiterung der ORF-Werbezeiten zur Verfügung", so Morak bei der Eröffnung der Alpbacher Mediengespräche.

Die traditionelle Abschlussveranstaltung beim Forum Alpbach steht heuer unter dem Generalthema "Kultur und Medien". Die kommende ORF- Gebührenerhöhung sei als "Vorleistung" für mehr Kulturprogramm und Österreichisches zu verstehen, betonte der Staatssekretär, der sich außerdem erfreut zeigte, dass der ORF das Film- und Fernsehabkommen mit der Filmwirtschaft aufstocken werde. Gemeinsam mit dem neuen, mit 7,5 Mio. Euro dotierten Fernsehfilmförderungsfonds würden so wesentliche Impulse für das österreichische Kultur- und vor allem Filmschaffen entstehen.

In Hinblick auf die EU-Erweiterung meinte Morak, es sei eine zentrale Aufgabe der Medien, "zu lernen, europäisch zu denken, zu argumentieren und zu schreiben". Darüber hinaus warnte er davor, sich in der Kulturberichterstattung nur auf den "Mainstream" zu konzentrieren. Vielmehr müsse "Neugier auf Phänomene außerhalb des Mainstreams" geweckt werden. Kunst werde in den Medien häufig erst dann wahrgenommen, wenn sie mit einem Skandal verbunden sei, kritisierte Morak weiter und hielt ein "Plädoyer für die kollektive Ächtung der Skandalisierung von Kunst".

(apa)

28.8.2003 16:47