Bombenexplosion in Salzburg: Endbericht liegt vor
- Menschliches Versagen wird ausgeschlossen
- ÖBB suchen weitere Blindgänger mit Hilfe eines Zeitzeugen
·Flieger-Bombe
BILDER: Tod beim Entschärfen!
Der Endbericht zur Explosion: "An der Bombe ist weder manipuliert noch hantiert worden. Menschliches Versagen ist nach unseren Ermittlungen ausgeschlossen", erklärte Hauptmann Gerhard Lang vom Bundeskriminalamt.
"Die Kollegen haben nichts falsch gemacht", betonte Lang gegenüber der APA. Damit sich die Bombe, an die ein labiler Zeitzünder angebracht war, nicht bewegen konnte, wurde sie mit einer Kette an einem Bagger fixiert. Medienberichten zufolge, wonach durch eine geänderte Stellung der Baggerschaufel nach der Explosion darauf zurückzuschließen sei, dass an der Bombe bereits vor der Entschärfung hantiert worden wäre, hätten sich nicht bestätigt.
Die Aufnahmen eines Fotografen hätten ein logisches Bild wiedergegeben, meinte der Kriminalbeamte. Nach der Explosion sei die Kette gerissen, die Detonation habe auch die Stellung der Baggerschaufel geändert und das Baufahrzeug schwer beschädigt. Die ermittelnden Beamten konnten allerdings nicht auf Aussagen des Entminungs-Spezialisten Franz Sadecky zurückgreifen, der als einziger Überlebender in unmittelbarer Nähe des Unglücks gestanden war. Sadecky leidet an einem Gedächtnisverlust und kann sich an das Unglück nicht mehr erinnern.
Der Untersuchungsbericht liegt seit wenigen Tagen bei der Bundespolizeidirektion Salzburg auf. Die Ergebnisse werden in deren Bericht einfließen und dann an die Staatsanwaltschaft Salzburg übermittelt.
Zeitzeuge soll bei Suche helfen
Mit Problemen bei der Sondierung eines weiteren Blindgängers nur zehn bis 20 Meter von der Explosionsstelle auf dem Gelände der Speditionsfirma Schenker in Schallmoos entfernt kämpfen derzeit die ÖBB. Mitarbeiter der Sprengstoff-Firma Koch haben von Ende Juli an zwei Wochen lang nach dem Kriegsrelikt gesucht. Es soll sich dort nach den Aufzeichnungen eines Bombenkatasters befinden. Ein 150 Quadratmeter großes Areal wurde abgesucht, bis jetzt "haben wir noch nichts gefunden", berichtet Werner Zsidek von den ÖBB.
Mittlerweile hat sich ein "ernst zu nehmender" Zeitzeuge gemeldet, der vor rund 40 Jahren nahe des Verdachtspunktes als Bauarbeiter beobachtet haben will, wie eine 250-Kilo-Bombe vom Entminungsdienst geborgen wurde. "Falls diese Stelle mit unserem Verdachtspunkt übereinstimmt, dann wurde der Blindgänger bereits gefunden", sagte ÖBB-Sprecher Johannes Gfrerer.
Wenn sich aber bei dem Lokalaugenschein (geplant innerhalb der nächsten 14 Tage, Anm.) herausstellt, dass sich der geborgene Sprengkörper auf einem anderen Gebiet befand, "dann werden wir allein aus Sicherheitsgründen weiter suchen", erklärte Zsidek. Insgesamt ließen die ÖBB auf dem Gelände der Firma Schenker nach drei Blindgängern suchen. Einer wurde im März dieses Jahres erfolgreich entschärft, der Zweite war im Juli explodiert. (apa, red)
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
