Haider: Lehrer sollen Kinder am Nachmittag betreuen!
- Keine Zusatzkosten! "Man braucht nur Gesetz ändern"
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Sollen Lehrer mehr arbeiten?
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Gehrer will "Lehrer nicht verunsichern"
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Schul-Betrieb auch im Sommer!
Österreichs Pflichtschullehrer sollen die Nachmittagsbetreuung der Kinder übernehmen. Das schlug am Mittwoch der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider vor. Mit einer einfachen Gesetzesänderung könnten die Betreuungsprobleme bundesweit mit einem Schlag gelöst werden. Die Äußerungen Haiders zogen prompt die Kritik der anderen Parteien nach sich. Als "naive Patentlösung" bezeichnete etwa die ÖVP den Vorschlag des Kärtner Landeshauptmanns.
Derzeit gelte für die Lehrer lediglich die Unterrichtszeit von 21 Wochenstunden, für die sie sich in der Schule aufhalten müssten, so Haider vor Journalisten in Klagenfurt. Haiders Vorschlag: "Man braucht nur das Gesetz zu ändern und die Anwesenheitspflicht auf 30 Stunden zu erhöhen." Dies würde den Staat nichts kosten und die Schulkinder wären versorgt. Diese neun zusätzlichen Stunden würden ausreichen, um die Betreuung am Nachmittag flächendeckend sicherzustellen.
Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer (V) solle eine Novelle des Landeslehrerdienstrechtsgesetzes ausarbeiten, mit der die Lehrer dazu verpflichtet werden, sich 30 Stunden in der Woche in der Schule aufzuhalten, verlangte der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F). Sein Vorschlag sei auch ein wichtiger Lösungsansatz in der Diskussion, dass junge Menschen wieder mehr Kinder bekommen sollten.
"Kleine Prämie" für Lehrer
Ohne Zusatzkosten werde so ein Betreuungsproblem gelöst, so Haider. Er könne sich aber vorstellen, dass man den Lehrern "eine kleine Prämie" zukommen lässt, was im Hinblick auf den Effekt aber finanziell kein Problem darstelle. Derzeit klaffe in der Betreuung der Kinder ein Loch, vor allem zwischen dem 6. und 15. Lebensjahr, davor sei das Angebot an Kindergartenplätzen "recht gut", auch das Kindergeld habe hier geholfen, Probleme zu lösen. "Aber wer keine Oma hat, weiß nicht, was er nach der Schule mit den Kindern machen soll."
Auf die Frage, ob es nicht zu Protesten der Gewerkschaft gegen seinen Vorschlag kommen werde, sagte Haider: "Die Gewerkschaft wird zur Kenntnis nehmen müssen, dass Sonderrechte und Privilegien kein Gegenstand von Kampfmaßnahmen sind." Es sei nicht einsehbar, dass den Arbeitnehmern immer mehr abverlangt werde, und auf der anderen Seite einzelne Gruppen auf ihren Privilegien beharren würden.
Kritik von SPÖ und ÖVP
Die Aussagen Haiders haben naturgemäß Reaktionen bei SPÖ und ÖVP ausgelöst. Dabei wurde nicht mit Kritik am Schulreferenten gespart.
"Die Eltern sollten zu Schulbeginn gefragt werden, wer eine Nachmittagsbetreuung, direkt im Anschluss an den Unterricht benötigt und diesem Bedarf entsprechend, ist Schulreferent Haider gefordert die offenen Stellen für Lehrer sofort auszuschreiben und damit die Nachmittagsbetreuung, wie sie die SPÖ schon lange einfordert, umzusetzen", stellte SPÖ-Bildungssprecherin Nicole Cernic fest. Haider könne alle genannten Maßnahmen "sofort und ohne Ministerium" umsetzen.
Für ÖVP-Landesgeschäftsführer Siegfried Torta würden "naive Patentlösungen Marke Haider" weder die Kinderbetreuung verbessern noch dem Bildungsbereich nutzen. "Die Horuck-Politik Haiders ist völlig ungeeignet, um Verbesserungen im Bildungsbereich zu erzielen", erklärte Torta. Für die Kinderbetreuung sollte der Landeshauptmann endlich das verstärkte Angebot mobiler Tagesmütter unterstützen, "anstatt mit unausgegorenen Ideen medial hausieren zu gehen". Vom Landesobmann des ÖVP-nahen Lehrerbundes, Meinhard Schöffmann, wird "Haiders Darstellung von Lehrerinnen und Lehrern als Teilzeitarbeiter" zurückgewiesen. (apa, red)
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