Mittwoch, 20. August 2003

Der neue Mustermann: Rückkehr eines Superchamps

  • Business-Coup: Tennis ist nur noch Freizeit.
  • Im Job setzt Muster auf die Modelinie „Toms“ und Basketball.

Kraftkur: Wie der Tominator in der Rekordzeit von sechs Monaten von 99 Kilogramm auf sein altes Kampfgewicht kam.

Schon die Rückkehr des Mannes, der 44 Turniere gewonnen und Legionen von Gegnern mit dem Übermaß seiner Kraft devastiert hat, war ein Erlebnis besonderer Art. Als Thomas Muster, 35, im Mai die Rückkehr ankündigte, glaubten viele an einen der Scherze, mit denen der Steirer ungeliebte Reporter und lästige Adabeis zu quälen pflegt. Doch Muster hielt Wort und legte bei der Seniors Tour in Graz-Seiersberg ein verblüffendes Urlaubsende hin. Denn: „Das Wort Comeback kommt mir niemals über die Lippen“, so Muster.

Alle reden über Musters Top-Body. Gesprächsthema Nummer eins zwischen den Mostheurigen von Leibnitz und den In-Lokalen der Wiener Innenstadt war denn auch nicht so sehr der dritte Rang des heimgekehrten Tennisheros inmitten alter neuer Kumpel wie Stich oder Becker. Sondern sein austrainierter Körper, der an die Frühzeit des anderen großen steirischen Sohnes gemahnt und Muster als Covermodel von „Men’s Health“ bis „Muscle & Fitness“ prädestiniert. Denn bei Muster neu stört kein Gramm Fett den Ausblick auf den mit Sixpacks veredelten Waschbrettbauch.

Schon als er in Seiersberg zum ersten Training mit den Branchenjugendlichen Oliver Marach und Alex Peya aufkreuzte und das T-Shirt aus seiner eigenen Kollektion lüftete, stimmte die Tennis-Boygroup mit den enthusiasmierten Zuschauern den alten Goebel-Hadern „Dieser Körper ist der nackte Wahnsinn“ an.

Muster selbst will die Komplimente erst nach kurzem Sträuben akzeptieren. Der Steirer, etwas kleinlaut: „Es mag schon sein, dass ich heute durchtrainierter als damals ausschaue. Aber das Schönste dabei ist, dass auch Tests beweisen, wie super ich beieinand bin. Die Ausdauer-, Körperfett- und Blutwerte sind gleich gut wie früher. Nur: Damals war ich 25, heute bin ich fast 36, das ist einfach nicht wegzuleugnen. Und daher stellt sich auch die Frage: Was kann ich in diesem Alter noch aus mir herausholen?“

Eine Menge, wie es scheint. Die Belastbarkeit des eigenen Körpers hat Muster in den vergangenen sieben Monaten bis zum Exzess ausgereizt. Denn die Rückkehr zu Sport und Fitness kam nicht ganz freiwillig. Und: Muster hatte bei seinem Leben in der großen Tennispause, vor allem während seines Stop-overs in Australien, den Freuden des Müßiggangs im Übermaß zugesprochen. „Stimmt, denn wie sonst wär ich auf ein Höchstgewicht von 99 Kilos gekommen?“, beantwortet er gleich die Frage nach den Gründen, die den ehemals so fitten Steirer unübersehbar aus der Façon gebracht haben. Freudige Nahrungsaufnahme in fester und flüssiger Form und „nicht gerade wenig Tschicks“ beschleunigten die Talfahrt in Richtung Couch-Potato, die nur von gelegentlichem Golfen gestört wurde. „Wenn ich so weitergemacht hätte, wäre mir ein kardiales Problem sicher gewesen“, resümierte Muster vor Halbjahresfrist.

Der Weg zurück. Hürde bei der Rückkehr zum Athletenkörper war der Umstand, dass er gleich einen Mehrfrontenkrieg führen musste: „Schnellkraft und Ausdauer trainieren, dazu noch Tennis spielen und abnehmen, das geht eigentlich nicht. Weil da bist in null Komma nix bös übertrainiert.“

Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS
PLUS: Thomas Muster im NEWS-Interview über seine alte Liebe Tennis, Hermann Maier, Business

20.8.2003 15:43