Susanne Riess-Passer: Ein Jahr danach
- Wie die Ex-Chefin der FP vor einem Jahr gestürzt wurde.
- Und wie sie heute ihr „neues Leben“ gestaltet.

Ein Jahr nach Knittelfeld: Die Ex-FPÖ-Chefin im Interview über das Polit-Gezerre in Österreich.
PLUS: Ihr neues Leben als Managerin
Der Unterschied zu vor einem Jahr ist unübersehbar. Waren Susanne Riess-Passer im August 2002, in den nervenaufreibenden letzten Tagen ihrer politischen Karriere, die Spannungen, der Stress und die durchsessenen Nächte anzumerken, wirkt sie jetzt, an einem sonnigen Spätsommer-Samstag, gelöst und heiter entspannt. Im „Steirerstöckl“ in Wien-Pötzleinsdorf, unweit ihrer neuen Döblinger Wohnung, gibt sie NEWS das Interview über ihre Bilanz des abgelaufenen Jahres. Des Jahres nach Knittelfeld, wo Jörg Haiders „blaue Basis“ das Experiment, aus der FPÖ eine staatstragende, zivilisierte Partei mit Regierungsverantwortung zu machen, endgültig begraben hatte, des Rücktritts von Riess-Passer, Peter Westenthaler und Karl-Heinz Grasser und der darauf folgenden Wahl, bei der die FPÖ in die Bedeutungslosigkeit zurückgewählt wurde.
Keine Rachegefühle gegen FPÖ. Susanne Riess-Passer hat sich in diesem Jahr verändert, hat den Wechsel von der Politik in die Wirtschaft als neue Wüstenrot-Chefin vollzogen. Ressentiments, gar Rachegefühle wären ihr fremd, doch mit der Partei hätte sie abgeschlossen, sei wirklich nur mehr ein einfaches Parteimitglied.
In den Zwischentönen freilich wird ihre Distanz zur Politik spürbar. Beim Autorisieren des Interviews ersetzt sie die Formulierung „bei uns“ durch „in der Partei“. „Bei uns“ ist nicht mehr die FPÖ.
Gorbach Vizekanzler? Die österreichische Innenpolitik hat sich freilich offensichtlich weniger geändert, da erinnert einiges ans vergangene Jahr: Wieder wackelt ein FPÖ-Obmann, wieder steht ein blaues Regierungsteam unter dem Druck der „Basis“, und wiederum hat Jörg Haider ein Angebot gemacht – vor zwei Wochen soll der Kärntner Landeshauptmann FP-Infrastrukturminister Hubert Gorbach vorgeschlagen haben, den Vizekanzlerposten zu übernehmen, falls Haupt sich endlich seiner Vereinbarung besänne, ihm, Haider, endlich den Parteivorsitz zu übergeben.
Hintergrund: Haupt hat sich stets gegen eine Trennung zwischen blauem Chefsessel und der Vizekanzlerposition ausgesprochen. Falls Haider – Wunschziel Ende September, nach den vermutlich für die FPÖ schlecht ausfallenden Landtagswahlen in Tirol und Oberösterreich – Haupt an der Parteispitze ablöst, wäre die Regierungsrolle als Schüssels Stellvertreter unbesetzt, Gorbach noch am ehesten ÖVP-kompatibel. Einziger Schönheitsfehler in Haiders aktuellem Planspiel: Der „Steher“ Haupt will nicht gehen, derzeit weder als Parteichef noch als Vizekanzler. Obwohl ihn Haider doch nur „entlasten“, nicht gleich entlassen will: Sozialminister „dürfe“ Haupt ja bleiben.
9. Juni 2002: Wiederwahl. Eine solche „Entlastung“ hat Jörg Haider bereits vor mehr als einem Jahr versucht: im Mai 2002. Die damalige Parteichefin Susanne Riess-Passer solle doch nicht am Parteitag noch einmal kandidieren, sondern ihm die Position überlassen. Bloß: Haiders langjährige Pressesprecherin sagte ihrem einstigen Mentor ab und ließ sich am 9. Juni in Wr. Neustadt mit 90 Prozent der Delegiertenstimmen für zwei Jahre zur FPÖ-Obfrau wiederwählen.
Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS
PLUS: Susanne Riess-Passer im NEWS-Interview:
„Knittelfeld kann man nicht wiederholen“
PLUS: Ex-Klubchef Peter Westenthaler bilanziert:
FPÖ: „Es hat sich leider nicht sehr viel geändert“
Cannes21:21
Zweite Goldene PalmeMichael Haneke gewinnt mit "Amour" den Hauptpreis bei den Filmfestspielen
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
