Donnerstag, 21. August 2003

FORMAT: Jörg Haider fordert Neugestaltung des "Selbstbedienungsladens" ÖIAG

  • "ÖIAG soll nicht alles verkaufen, sondern nationales Eigentum bewahren."

Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider schießt in einem Interview mit dem Magazin FORMAT scharf gegen die ÖIAG-Organe und Finanzminister Grasser. Die ÖIAG nennt er den "reinsten Selbstbedienungsladen mit explodierenden Aufsichtsratsspesen, gesetzeswidrigen Verträgen und Leuten, die sich ihr Privathandy von der Firma zahlen lassen."

Grasser habe die Verantwortung, "diesem Privilegienstadl eine Ende zu machen. Er soll endlich handeln, statt sich immer peinlich selbst zu loben." Haider sagt im FORMAT, dass sich die Leute in der ÖIAG "aus den Töpfen bedienen wie früher die Sozialisten. Das ist genau die Lektion, die die Ex-Freiheitlichen á la Grasser nicht gelernt haben."

Der Ex-FPÖ-Obmann fordert eine Neugestaltung der ÖIAG. Unter anderem soll das Gesetz ändern, wonach sich der ÖIAG-Aufsichtsrat aus sich selbst erneuert: "Das ist das beste System, um es sich zu richten. Eine Italienisierung, so die ÖIAG nicht eh schon von "Paten" gelenkt wird. Das muss dringend repariert werden."

Und Jörg Haider erteilt im FORMAT auch der Privatisierungspolitik der Regierung eine Absage: "Die Republik muss definieren, wo sie nationales Eigentum bewahren will, nicht einfach alles verkaufen. Die ÖIAG soll Eigentumsrechte an guten Unternehmen sichern, langfristig an den Erträgen profitieren und Konzerne in Österreich halten - und nicht die Voest unter der Hand an irgendwelche Seilschaften verscherbeln."

In der Causa Struzl bestätigt Haider, eine Strafanzeige gegen die Voest-Aufsichtsräte vorzubereiten: "Meine Anwältin Gheneff-Fürst formuliert eine Anzeige. Falls die Justiz nichts von sich aus zusammenbringt, werden wir ein bisserl nachhelfen. Denn der Aufsichtsrat hat hat die Voest zweimal geschädigt: zuerst, weil er Franz Struzl nicht sofort dienstfrei gestellt hat, und jetzt, weil der Herr bis 2006 bei vollen Bezügen spazieren geht."

Das komplette Interview finden Sie im neuen FORMAT!

21.8.2003 12:56