Mittwoch, 20. August 2003

Unglaublich: 21 Millionen Schwarzarbeiter in Europa

  • 10 bis 16% des BIP werden durch Schwarzarbeit erwirtschaftet
  • EU-weit gibt es 14 Millionen Arbeitslose

Europäische Wirtschaftsverbände wollen stärker gegen die Schwarzarbeit vorgehen. Bereits 10 bis 16 Prozent des Bruttoinlandsprodukts würden von der Schattenwirtschaft erwirtschaftet. Das entspräche mittlerweile rund 21 Millionen Beschäftigten in der europäischen Schwarzarbeit, verglichen mit derzeit 14 Millionen EU-Arbeitslosen.

Der Präsident der Europäischen Kammer für Handwerker, Klein- und Mittelbetriebe (UEAPME), Paul Reckinger, erklärte am Europäischen Forum Alpbach, die Schattenwirtschaft wachse derzeit schneller als die normale Wirtschaft.

Schwarzarbeit bekämpfen
Europas Wirtschaftsverbände - konkret neben der UEAPME auch die Vereinigung der Europäischen Wirtschaftskammer, Eurochambres, und die Europäische Handelskammer Eurocommerce - wollen nun stärker zusammenarbeiten, um die Schwarzarbeit zu bekämpfen und die EU-Ziele von Lissabon - die EU zu der am schnellsten wachsenden Wirtschaftsregion zu machen und die Beschäftigungsrate bei Männern auf 70 Prozent und bei Frauen auf 60 Prozent anzuheben - bis 2010 tatsächlich Realität werden zu lassen.

Kriminalisierung reicht nicht aus
Reckinger betonte, dass die Kriminalisierung der Schwarzarbeit nicht ausreichen werde. Stattdessen forderte er zur Bekämpfung der Schattenwirtschaft eine Senkung der Lohnnebenkosten und der Mehrwertsteuer. Frankreich etwa habe die Mehrwertsteuer im Bereich Bau und Renovierung auf drei Prozent gesenkt und damit deutliche Erfolge erzielt. Da die Mehrwertsteuer jedoch eine der wichtigsten Einnahmequellen der Staaten ist, rechnet Reckinger mit "harten Verhandlungen", die aber dennoch im Herbst aufgenommen werden sollen. (apa/red)

20.8.2003 16:59