voestalpine: Betriebsrat kündigt "die härtesten Aktionen" an
- "Menschenkette" vom Linzer Werk bis zum Landhaus geplant
- Sogar Besetzung der Westautobahn steht im Raum
·Struzl in NEWS
"Stehe dazu & trage Konsequenzen"
·Chronologie
Tauziehen um die Privatisierung
·Voest-Chef
Er bietet Rücktritt mit Jänner 2004 an
Die Diskussion um die weitere Privatisierung der voestalpine ging am Mittwoch weiter. Der Betriebsrat des Unternehmens führte am Vormittag am Standort Linz eine Luftballonaktion durch und kündigte dabei weitere, massive Protestaktionen an: Unter anderem eine "Menschenkette" vom Werk bis zum Landhaus, auch von einer Besetzung der Westautobahn war die Rede.
Landeshauptmannstellvertreter Erich Haider informierte bei der Aktion, dass für Mittwoch-Nachmittag eine Sondersitzung der Oberösterreichischen Landesregierung zum Thema Voest-Privatisierung angesetzt sei.
Die Belegschaftsvertretung schickte insgesamt 10.000 rote Luftballons auf den Weg. An ihnen war eine Karte befestigt. Damit solle die Bevölkerung aufmerksam gemacht werden, dass die Lage durch die Privatisierungspläne der Bundesregierung der voestalpine "sehr ernst" sei.
Der Vorsitzende des Konzernbetriebsrates Helmut Oberchristl sprach sich erneut gegen eine völlige Privatisierung des Unternehmens aus. Die Vorkommnisse in den USA und Großbritannien zeigten, dass Private nur an der Verzinsung ihres eingesetzten Geldes interessiert seien, Investitionen würden nicht durchgeführt. Das führe zu einem Sicherheitsrisiko.
Es gebe keinen besseren Unternehmer als den Staat, wenn sich dieser zu einer vernünftigen Industriepolitik bekenne, Standorte nicht verkaufe und Übernahmen sowie Zerschlagungen verhindere, so Oberchristl.
Oberchristl stellte zum Rücktrittsangebot von voestalpine Generaldirektor Franz Struzl fest, er sei nicht erfreut darüber, weil Struzl die letzten 36 Jahre "hervorragende Arbeit" geleistet habe, akzeptiere aber diese "persönliche Entscheidung". (apa)
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