Mittwoch, 20. August 2003

Mayr-Melnhof: Kartonabsatz wegen schwacher Nachfrage rückläufig

  • Halbjahresumsatz stieg um 10, Betriebsergebnis um 4 Prozent
  • Aktien-Wertberichtigung belastet Konzernergebnis

Mayr-Melnhof Karton AG (MM) hat im ersten Halbjahr 2003 trotz Kapazitätsanpassungen in der Kartondivision seinen Umsatz um etwa 10 Prozent gesteigert und ein um vier Prozent höheres operatives Ergebnis erzielt.

Durch höhere Steuerzahlungen und eine einmalige Wertberichtigung von Anteilen am italienischen Papiererzeuger Reno de Medici, die die G+V mit etwa 3,2 Mio. Euro belastete, ist aber der Periodenüberschuss um knapp 11 Prozent gesunken. Für das Gesamtjahr rechnet MM-Vorstandschef Wilhelm Hörmanseder mit Steigerungen, ohne noch deren Ausmaß zu beziffern.

Neuakquisitionen, namentlich der Kauf der deutschen Faltschachtelgruppe Graphia sowie des Verpackungswerks Schilling haben die Umsätze der beiden Faltschachtel-Divisionen Packaging bzw. Graphia (Zigarettenschachteln) teils deutlich steigen lassen, während die Erlöse in der Kartonherstellung um etwa 3 Prozent verloren. Um den Preis stabil zu halten, habe hier die Auslastung der Kapazitäten um zehn Prozentpunkte auf 88 Prozent heruntergeschraubt werden müssen, sagte Hörmanseder.

Neue Akquisitionen geplant
Mayr-Melnhof Karton, die heute 25 Fabriken in sechs Ländern betreibt, plant Akquisitionen etwa in Russland, wo man sich "zwei bis drei attraktive Projekte ansieht" oder in Spanien. Eine Faltschachtelfabrik in der Ukraine soll "in den nächsten zwei bis drei Jahren signifikant ausgebaut werden."

Die Wertberichtigung der Reno di Medici-Aktien war durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten und den daraus folgenden Kursverfall bei dem Unternehmen notwendig geworden. Die Kapitalaufstockung bei Reno di Medici hat MM nicht mitgemacht, was die Beteiligung von etwa 5 auf nun 2,4 Prozent verwässert hat.

Optimierung der Lieferrouten geplant
Um die gegen Jahresende startenden Lkw-Mauten in Deutschland, danach in Österreich abfangen zu können, lässt MM derzeit ein Konzept zur Optimierung der Lieferrouten sowie für die Einrichtung zweier europäischer Zentrallager wechseln", sagte Hörmanseder.

Einen Teil der Mautbelastungen würden die Spediteure und Frächter schlucken müssen, einen anderen Teil hoffe man bei den Kunden unterzubringen. Die für das eigene Haus verbleibende Restbelastung müssten durch verbesserte Logistik so gering wie möglich gehalten werden, hieß es. (apa/red)

20.8.2003 11:49