Mittwoch, 20. August 2003

Schlechte Bilanz: Nestle mit weniger Gewinn und Umsatz im Halbjahr

  • Währungseinflüsse und Sondereffekten beeinflussen Ergebnis
  • 2003: Wachstum zwischen 5 bis 6 Prozent erwartet

Beim Nahrungsmittelhersteller Nestle sind Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr 2003 zurück gegangen. Allerdings ist dies vorwiegend auf Währungseinflüsse und Sondereffekte zurückzuführen. Der Umsatz sank um 6,3 Prozent auf 41,4 Mrd. Franken (26,7 Mrd. Euro). Der Gewinn ging um gut die Hälfte von 5,6 auf 2,78 Mrd. sFr zurück, wie der Konzern bekannt gab.

Begründet wird der Rückgang einerseits mit einer markant negativen Währungsentwicklung. Der starke Franken habe den Umsatz mit 12,6 Prozent belastet. Bei konstanten Wechselkursen wäre der Reingewinn um 19,1 Prozent gestiegen, versichert der Nestle-Konzern in seiner Medienmitteilung vom Mittwoch.

Außerordentliche Gewinne im Vorjahr
Auf der anderen Seite hatte Nestle im ersten Halbjahr 2002 hohe außerordentliche Gewinne verbucht. Damals brachte Nestle die Tochter Alcon (Augenpflegemittel) an die Börse. Auch der Verkauf des Aromenherstellers FIS brachte dem Unternehme einmalige Erträge. Zudem hatte Nestle im vergangenen Jahr außerordentliche Restrukturierungskosten und Wertbeeinträchtigungen auf Goodwill und Sachanlagen von 2,1 Mrd. sFr abgeschrieben.

Diese Einflüssen relativieren das Ergebnis des ersten Halbjahres. Immerhin weist Nestle in den ersten sechs Monaten ein starkes organisches Wachstum von 5,5 Prozent auf. Dies umfasst ein internes Realwachstum von 2,1 Prozent und Preisanpassungen von 3,4 Prozent.

2003: Wachstum um 5 bis 6 Prozent erwartet
Die Nettoverschuldung der Gruppe stieg per Ende Juni 2003 auf 21,1 Mrd. sFr nach 15 Mrd. sFr per Ende 2002. Der Anstieg steht im Zusammenhang mit dem Entscheid, den geplanten Rückkauf der ausstehenden Aktien von Dreyer's als langfristige Verbindlichkeit zu betrachten. Das Verhältnis Nettoschulden zu Eigenkapital stehe nun bei 59 Prozent, hieß es weiter.

Für das ganze Jahr 2003 bekräftigte Nestle sein Ziel für ein organisches Wachstum zwischen 5 und 6 Prozent. Zudem sehe man auch einem etwas günstigeren wirtschaftlichen Umfeld während der zweiten Jahreshälfte entgegen. (apa/red)

20.8.2003 10:32