Montag, 18. August 2003

ÖBB-Reform: Laut Grobach nur "wenige 100" Frühpensionierungen

  • Ab 2010 jährlich mindestens 500 Mio. € an Einsparungen
  • "Ich suche den Konflikt nicht, scheue ihn aber auch nicht"

Laut Infrastrukturminister Gorbach darf es im Zuge der ÖBB-Reform "nur wenige hundert Frühpensionierungen geben". Das kündigt er im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" an. Zudem werde die Reform ab 2010 jährlich mindestens 500 Mio. Euro an Einsparungen bringen. 2007 sollen davon 200 bis 300 Mio. Euro realisiert werden, heißt es weiter.

"Ich suche den Konflikt nicht, scheue ihn aber auch nicht", wird Gorbach zitiert. Die ÖBB seien für Österreich wichtig, daher hoffe er auf ein Mitziehen der Gewerkschaft bei der Reform. "Wenn sie das nicht tut, werden wir klar machen, dass die Gewerkschaft mit ihrem veralteten Dienstrecht auf dem Holzweg ist - und das auch den Mitarbeitern sagen," so der Minister. Schließlich könne man über die ÖBB keine Glaskugel stülpen.

Zu den heftig umstrittenen Frühpensionierungen meinte Gorbach, es dürfe nur wenige hundert geben. Von den insgesamt 12.000 bis 2010 abzubauenden ÖBB-Mitarbeitern fielen 7.000 durch den natürlichen Abgang weg. Weitere 5.000 sollten durch Optimierungen in den operativen Abläufen abgebaut werden. Geschehen soll dies laut Grobach über die Personalmanagment GesmbH., die Mitarbeiter umschulen und an die Privatwirtschaft verleasen soll. So signalisiere die Industrie, dass sie 3.000 bis 4.000 ÖBBler sofort als Facharbeiter brauchen könne.

"Offensichtlich ist, dass beim Personal nicht alles optimal gelaufen ist", übt Gorbach laut "Wiener Zeitung" Kritik am ÖBB-Management. Denn 6,3 Millionen Überstunden und ein gewaltiger Personalüberhang zur selben Zeit würden zeigen, dass etwas im Argen liege. "Das Management ist hier aufgerufen, diese Überstunden schleunigst abzubauen", so Gorbach, der aber klarstellt, dass der Vorstand sein volles Vertrauen besitze.

(apa)

18.8.2003 19:41