Montag, 18. August 2003

Flughafen Wien schielt auf Bratislava: "Nicht teuer"

  • Vorstand Kaufmann plant gemeinsames Airport-System
  • "Zusammenwachsen" aber wegen Entfernung nicht möglich

Eine Beteiligung am nur rund 50 km entfernten slowakischen Flughafen Bratislava/Preßburg bleibt eines der dringlichsten mittelfristigen Ziele für den börsenotierten Flughafen Wien. "Sinnvoll wäre ein gemeinsames Airport-System, wir wollen eine strategische Partnerschaft", sagte der Vorstandssprecher des Flughafen Wien, Herbert Kaufmann.

Daran könnten sich auch andere Partner beteiligen, theoretisch auch die AUA, die ebenfalls interessiert nach Preßburg blickt, wo seit kurzem der Billigflieger SkyEurope auch Fluggäste aus dem Raum Wien anlockt. Konkrete Pläne gebe es aber nicht, so Kaufmann.

Ein echtes "Zusammenwachsen" der beiden Nachbar-Flughäfen könne es wegen der Entfernung aber nicht geben, auch könne Bratislava die geplante dritte Piste in Wien nicht ersetzen, unterstrich Kaufmann. Wien müsse weiter Drehkreuz für die AUA bleiben und Umsteigeflughafen in andere Ziele in West- und Osteuropa.

Zugleich solle der bisher vergleichsweise kleine Airport Bratislava deutlich ausgebaut werden. Bisher fliegen aus der slowakischen Hauptstadt jährlich rund 400.000 Passagiere ab, von Wien sind es 12 Millionen. Durch den steigenden Quellverkehr aus der Slowakei seien auf jeden Fall tägliche Verbindungen in wichtige Städte wie London, Brüssel, Frankfurt oder Paris ab Bratislava notwendig, meint Kaufmann. Die Infrastrukturanbindungen nach Bratislava seien massiv zu verbessern.

Slowakische Befürchtungen, Wien könnte Bratislava als unliebsamen Konkurrenten stilllegen, möchte Kaufmann zerstreuen: "Wir verpflichten uns, das nicht zu tun, sondern wollen im Gegenteil investieren". Wie viel Geld und bis zu welcher Passagierzahl könne er noch nicht sagen.
(apa)

18.8.2003 11:15