20.8.2003 09:21

Leichtathletik-WM: Samstag beginnt Kampf um Gold

  • 1.902 Sportler in 46 Bewerben um Medaillen & Rekorde
  • PLUS: Alle Infos zur IX. Leichtathletik-WM in St. Denis/Paris

Fünf Jahre nach dem Fußball-WM-Finale steht das Stade de France von St. Denis bei Paris ab Samstag wieder im Mittelpunkt des Sportgeschehens. Bei den IX. Leichtathletik-Weltmeisterschaften bis zum 31. August macht ein Rekordfeld von 1.902 Aktiven (1.054 Männer und 848 Frauen) aus 203 Ländern Jagd auf 46 Titel und Prämien von insgesamt 7,044 Millionen Dollar. Österreichs Medaillenhoffnungen ruhen einmal mehr auf 800-m-Vizeweltmeisterin Stephanie Graf aus Kärnten.

60.000 Dollar kassieren die Weltmeister in Einzeldisziplinen zum bereits vierten Mal nach Athen 1997, Sevilla 1999 und Edmonton 2001. Und Weltrekordler dürfen sich noch über einen Zusatzbonus von 100.000 Dollar freuen. Beste Chancen auf den großen Geldregen werden dabei einer Stabartistin eingeräumt, hat doch die Russin Jelena Isinbajewa heuer am 13. Juli in Gateshead den Weltrekord schon auf 4,82 m geschraubt.

Bei den Männern rechnet der Weltverband (IAAF) auf Grund des bisherigen Saisonverlaufs anscheinend nicht mit Weltrekorden. Der WM-Vertrag mit Hauptsponsor Toyota sieht nämlich lediglich vor, dass der japanische Autokonzern nur für die Weltrekord-Prämien bei den Frauen aufkommt.

Diskuswerfer Riedel auf Rekordjagd
Doch um in die WM-Historie einzugehen, sind im während des Großereignisses 71.000 Zuschauer fassenden Stade de France Höchstleistungen nicht zwingend erforderlich. So peilt Deutschlands Herkules Lars Riedel im Diskuswerfen seinen bereits sechsten Titel nach Tokio 1991, Stuttgart 1993, Göteborg 1995, Athen 1997 und Edmonton 2001 an. Nur 1999 in Sevilla, als sich der heute 36-Jährige mit Bronze begnügen musste, kam der 1,99 m große und 110 kg schwere Olympiasieger von Atlanta 1996 aus der WM-Goldspur.

Sollte Riedel auch in der Pariser Vorstadt in dieser bleiben, dann würde er mit dem ukrainischen Überflieger Sergej Bubka, der bei den ersten sechs Weltmeisterschaften von 1983 bis 1997 im Stabhochsprung triumphierte, an Titeln gleichziehen. Und die US-Staffel über 4 x 400 m hat sogar die Chance, den Bubka-Rekord von sechs Mal WM-Gold in Folge zu egalisieren.

WM ohne Garcia
Hürdensprint-Olympiasieger Anier Garcia hat am Mittwoch seine Teilnahme bei der WM absagen müssen. Beim Kubaner war bei den Panamerikanischen Spielen eine Oberschenkelzerrung wieder akut geworden.

Die 400 m Hürden der Frauen gehen ohne Titelverteidigerin Nezha Bidouane in Szene. Die Marokkanerin, die 1999 und 2001 Weltmeisterin wurde, laboriert an einer Verletzung im rechten Knie. 1.500-m-Olympiasiegerin Nouria Merah-Benida aus Algerien meldete sich wegen Formschwäche ab.

Der angeschlagene Dreisprung-Weltrekordler Jonathan Edwards, der sich beim Meeting in London am Sprunggelenk verletzt hat, ist optimistisch, in Frankreich dabei zu sein. "Es gibt momentan keinen Grund, die WM abzusagen", erklärte der Brite am Mittwoch.

Unterdessen wurde bekannt, dass es in St. Denis über die 100 m Hürden der Frauen nur drei Runden - Vorlauf, Semifinale und Finale - geben wird. Ursprünglich waren vier Runden vorgesehen, doch nach Vorliegen des endgültigen Nennergebnisses entschloss sich der Weltverband (IAAF), die Zwischenrunde zu streichen. Österreich wird in dieser Disziplin von ÖLV-Rekordlerin Elke Wölfling vertreten.

(apa/red)

20.8.2003 09:21
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