Mittwoch, 20. August 2003

Russischer Coach Gasajew gibt nach Testmatch auf

  • Kahn nach Niederlage gegen Italien: "Das kotzt mich an"
  • Beckham und Zidane in großer Form

Ein schlechtes Ende hatte der Länderspiel-Mittwoch für den russischen Teamtrainer Waleri Gasajew. Direkt nach der unerwarteten 1:2-Heimniederlage gegen Israel in Moskau erklärte Gasajew auf Grund anhaltender Misserfolge seinen Rücktritt. Während Russland also einen neuen Trainer sucht, ist man in England und Frankreich zufrieden. Die Proben für die entscheidenden Spiele der EM-Qualifikation wurden positiv absolviert. Weniger zufrieden ist Oliver Kahn. Nach der 0:1-Niederlage Deutschlands gegen Italien meinte der Ausnahme-Goalie sichtlich genervt: "Das kotzt mich an".

"Weltklasse", lobte Englands Coach Sven-Göran Eriksson seinen Mittelfeldstar Beckham. Sein französisches Pendant Zidane habe den Europameister "magistral geführt", schrieben Schweizer Beobachter nach dem 2:0 der "Equipe Tricolore" in Genf. Und der Neu-Münchner Makaay traf nicht nur zum 1:1-Endstand von Österreichs nächstem EM-Qualifikationsgegner Niederlande in Belgien, sondern verdiente sich als einziger der niederländischen Teamspieler eine gute Note.

Der 18,75 Millionen Euro teure Bayern-Zugang sorgte dafür, dass das Trainer-Duo Dick Advocaat/Wim van Hanegem unbesiegt bleibt. Harmlosigkeit war vor den Augen eines Spions für ÖFB-Teamchef Hans Krankl Trumpf - bis Makaay kam, so die übereinstimmende Reaktion. Die Trainer wird's freuen, müssen sie doch am 6. September in Rotterdam ohnehin auf Ruud van Nistelrooy verzichten, der nach zwei Gelben Karten gesperrt ist.

Beckham und Zidane in großer Form
Noch besser waren "Becks" und "Zizou": Beckham traf beim 3:1 über Kroatien zum 1:0 (Foulelfmeter) und bereitete Owens 2:0 vor. "Ich glaube, darum wollte Real Madrid ihn haben", befand Eriksson über den Spielmacher, der im 61. Länderspiel sein zwölftes Tor erzielte. Es tat dem Blondschopf, der über Anpassungsprobleme in Spanien klagt, sichtlich gut.

Auch mit Zidane geht es bergauf. "Die Leute hatten Freude am Spiel. Ich habe mich in der Nationalmannschaft erstmals seit langem wieder in Form gefühlt", sagte der französische Real-Star.

Kahn: "Das kotzt mich an"
Deutschland verlor nicht nur die Tabellen-Führung in der EM-Qualifikationsgruppe fünf an Island (2:1-Sieg auf den Färöer), sondern musste sich auch Italien mit 0:1 geschlagen geben. Das Gros des Vize-Weltmeisters einschließlich Teamchef Rudi Völler wertete die 0:1-Niederlage gegen die "Squadra Azzurra" als Hoffnungsschimmer für die anstehende Entscheidung in der EM-Qualifikation und berauschte sich an den Darbietungen der letzten halben Stunde. Nur die Fraktion des Branchenführers FC Bayern München wehrte sich gegen die kollektive Genügsamkeit.

"Ich will die Spiele gewinnen, wir gewinnen sie nicht. Das kotzt mich an", ließ Kapitän Oliver Kahn seinem Frust freien Lauf, während die 50.000 Zuschauer beiden Teams mit viel Applaus für den unterhaltsamen Fußball-Abend dankten: "Selbst wenn die Leute feiern, das interessiert mich nicht. Es ist langsam äußerst bitter, dass wir solche Spiele nicht gewinnen."

EM-Qualifikation
In der EM-Qualifikation gab es zwei Spiele, wobei die Tabelle der Gruppe fünf nun ein äußerst ungewöhnliches Bild zeigt. Island gewann auf den Färöer-Inseln mit 2:1 und führt nun die Tabelle mit zwölf Punkten aus sechs Spielen vor Deutschland (11 aus 5) und Schottland (8 aus 5) an. In der Gruppe neun musste Wales erstmals Federn lassen. Die Waliser verloren in Belgrad gegen Serbien-Montenegro durch ein Mladenovic-Tor mit 0:1, führen die Tabelle mit zwölf Punkten aber noch vor Italien (10) an. Mit einem Punktgewinn wäre Wales zumindest im Playoff gewesen. (apa/red)

20.8.2003 09:03