Donnerstag, 21. August 2003

Prozess zwischen Osim und Kartnig in Graz vertagt

  • Ehemaliger Sturm-Trainer will 180.000 Euro Schmerzensgeld
  • Beide erschienen nicht vor Gericht, auch Zeuge Schilcher fehlte

Szenen einer gescheiterten Ehe: Trainerlegende Ivica Osim und Sturm-Graz-Boss Hannes Kartnig kommunizieren nur mehr per Anwälten und Gericht. Osim hat Sturm auf ein Schmerzensgeld von 180.000 Euro verklagt, weil er sich "gemobbt" fühlt und sich sein Gesundheitszustand dadurch verschlechtert habe. Der Prozess sollte im Grazer Landesgericht für Zivilrechtssachen über die Bühne gehen. Die Kontrahenten erschienen allerdings nicht, die Verhandlung wurde vertagt.

Osim wirft seinem ehemaligen Arbeitgeber laut Anklage Mobbing vor und fühlt sich psychisch geschädigt. Seine Gesundheit habe durch Vorfälle im Zuge der Trennung im September 2002 gelitten. Nun wird darum gestritten, ob der Austritt Osims aus seinem bis 2004 datierten Vertrag berechtigt - wegen schlechter Behandlung - oder unberechtigt war, so Osim-Anwältin Doris Braun.

Gleich zu Beginn der Verhandlung entschuldigte die Rechtsanwältin ihren Mandanten: Osim, derzeit Trainer bei JEF United, sei in Japan wegen der Meisterschaftsspiele unabkömmlich. Rechtsanwalt Kurt Klein erklärte das Fernbleiben seines Mandanten Hannes Kartnig mit der Begründung: "Er hat einen Arzttermin und wird gerade jetzt untersucht". "Na, das gefällt mir", meinte Richter Herwig Bauernfeind.

Als ersten Zeugen wollte er Sturm-Manager Heinz Schilcher aufrufen, doch auch dieser war nicht da.

Eine Einigung zwischen den Parteien wurde auch diesmal "entschieden abgelehnt", so die beiden Anwälte. Als Zeugen geladen waren noch zwei Sturm-Fans. Da sich aber mehrere wichtige Zeugen bereits im Vorfeld entschuldigt hatten, wurde die Verhandlung vertagt. Bei einem der nächsten Prozess-Termine werden wohl Kartnig und auch Osim dabei sein müssen: Die Einvernahme der beiden Kontrahenten steht nämlich noch aus.

(apa/red)

21.8.2003 14:33