Montag, 18. August 2003

Sowohl Rapid als auch Austria trauern möglichem Sieg nach

  • Gemischte Gefühle auf beiden Seiten nach 2:2 im Wiener Derby
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So richtig freuen konnte sich keiner der beiden Erzrivalen nach dem packenden 2:2 im 261. Wiener Fußball-Derby im ausverkauften Hanappi-Stadion. Rapid trauerte dem vergebenen 2:0-Vorsprung nach. Die Austria hätte ihre in der zweiten Hälfte zumeist klare Überlegenheit gerne noch in einen Sieg umgemünzt. Unter dem Strich blieb das siebente Remis in den vergangenen acht grün-weiß - violetten Duellen.

Die Hütteldorfer, die zwar ihre weiße Weste verloren, aber trotzdem Tabellenführer blieben, laufen damit seit 6. Mai 2001 oder neun Partien einem Sieg gegen die Veilchen nach, womit die Negativ-Serie der Klubgeschichte Ende der 70er-Jahre eingestellt wurde. "Es war eines der besseren Derbys. Dennoch sind wir sehr enttäuscht, weil wir 2:0 geführt haben und es uns nicht gelungen ist, zu gewinnen", ärgerte sich Rapid-Trainer Josef Hickersberger.

Hofmann erlitt Schläfenbeinprellung
Die Gründe für die verpasste Chance waren schnell aufgezählt. "Nach dem 2:0 haben wir das Fußball spielen eingestellt, das war unser Kardinalfehler. Wir wollten nur über die Runden kommen und sind zurecht bestraft worden", meinte der frühere ÖFB-Teamchef. Ein weiterer Faktor für den grün-weißen Rückfall war möglicherweise die Tatsache, dass Kapitän Hofmann nicht an seine überragenden Leistungen im bisherigen Saisonverlauf anzuschließen vermochte. Der Deutsche bekam in der ersten Hälfte von Vastic einen Ellbogen-Check versetzt, erlitt eine Schläfenbeinprellung und erbrach danach in der Kabine.

Verlaat im Mittelpunkt
Für Diskussionen sorgte aber vor allem der Zweikampf Rene Wagner - Verlaat unmittelbar vor dem 2:0, als der Tscheche dem Verteidiger den Ball möglicherweise regelwidrig abjagte. "Es war ein ganz klares Foul, das gepfiffen gehört hätte", sagte Verlaat, in gewisser Weise "Mann des Spieles". Beim 0:1 fälschte der Niederländer eine Flanke von Rene Wagner unhaltbar für Mandl ab, dafür gelang ihm aber noch das 2:2.

Löw sieht Aufwärtstrend
Das Zustandekommen dieses Resultats wertete Austria-Trainer Joachim Löw als ersten Aufwärtstrend nach der enttäuschenden Darbietung gegen Marseille. "Die Mannschaft hat unglaubliche Moral bewiesen und Rapid fast noch in die Knie gezwungen."

Goalie Mandl unter "Beschuss"
Ähnlicher Meinung war Austrias Teamgoalie Thomas Mandl. "Wir haben Rapid trotz des Rückstands noch an den Rand einer Niederlage gebracht. Wer geglaubt hat, dass er die wahre Austria gegen Marseille gesehen hat, hat sich getäuscht. Die wahre Austria war heute in der zweiten Hälfte auf dem Platz", erklärte der Burgenländer, der beim Stand von 2:0 für Rapid vom grün-weißen Anhang mit Feuerzeugen beworfen wurde, was fast zu einem Abbruch durch Schiedsrichter Stuchlik geführt hätte.

(apa/red)

18.8.2003 11:51