Positiv getesteter Lichtenegger beteuert seine Unschuld
- Angeblich verunreinigtes Nahrungsmittel Schuld an positiver Doping-Probe
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Der unter Dopingverdacht stehende österreichische Hürdensprinter Elmar Lichtenegger hat am Sonntag vehement seine Unschuld beteuert. "Ich habe nie etwas Unerlaubtes genommen", betonte der 29-Jährige am Sonntag gegenüber der APA.
Beim Hallen-Vizeeuropameister waren am 6. Juni im Rahmen eines unangekündigten Doping-Tests in seinem Haus in Kärnten Metaboliten von Norandrosteron festgestellt worden, in der Folge wurde Lichtenegger vom Leichtathletik-Weltverband IAAF bis auf weiteres suspendiert.
Schuld an der positiven Probe, die in Barcelona ausgewertet wurde, soll das von Lichtenegger verwendete Nahrungsergänzungsmittel Mega Ribosyn 1100 sein. Dieser zusätzliche Ernährungsstoff wurde vom Seibersdorfer Doping-Labor als unbedenklich eingestuft. Eine Lieferung des Produkts dürfte allerdings nicht den Normen entsprochen haben.
Lichtenegger hatte nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe eine noch versiegelte Dose von Mega Ribosyn 1100 nach Seibersdorf gebracht, die dort laut Karlheinz Demel, Chef des österreichischen Anti-Doping-Komitees, geöffnet, getestet und für verunreinigt befunden wurde. Produkte aus früheren oder späteren Lieferungen wurden jedoch ebenfalls kontrolliert und als "sauber" eingestuft.
Auf die Auswertung der B-Probe wollte Lichtenegger eigentlich verzichten, doch die IAAF bestand darauf. "Ich verstehe den Sinn nicht, warum soll das ein anderes Ergebnis bringen?", fragte sich Lichtenegger. Sollte die B-Probe wie erwartet ebenfalls positiv ausfallen, veranstaltet die IAAF ein Hearing, danach entscheidet das IAAF-Exekutiv-Komitee. Von einem Freispruch über eine Verwarnung, Teilschuld oder einer Sperre bis zu zwei Jahren ist alles möglich. Gegen das Urteil, das erst in einigen Monaten erwartet wird, kann beim Sportgerichtshof in Lausanne Einspruch erhoben werden.
Lichtenegger hofft auf einen für ihn positiven Ausgang des Verfahrens. "Die Fakten liegen mehr als auf dem Tisch, ich bin unschuldig. Ich würde solche Sachen nie nehmen, denn ich bin keiner, der sein letztes Hemd hergibt, um Erfolg zu haben. Dafür ist mir meine Gesundheit zu wichtig", erklärte der Kärntner, der seine Teilnahme an den derzeit stattfindenden Weltmeisterschaften wegen einer Achillessehnenverletzung abgesagt hatte.
Weiters betonte der FPÖ-Nationalrats-Mandatar, dass er nur knapp über den festgelegten Normen gelegen sei. "Ich habe nur leicht erhöhte Werte. Damit kann man nicht einmal eine Maus aufpolieren, das würde mir überhaupt nichts bringen. Ich wäre ja dumm, wenn ich mir meine gesamte Existenz, die ich mir aufgebaut habe, zerstören würde."
Nun heißt es für Lichtenegger warten, wie die diversen Gremien entscheiden. "Diese Ungewissheit ist einfach zermürbend." Über seine persönlichen sportlichen Konsequenzen im Falle einer Sperre von zwei Jahren ist sich der 29-Jährige aber schon jetzt im Klaren. "Das wäre dann mein Karriereende, dann will ich mit dieser Sportart überhaupt nichts mehr zu tun haben. Warum soll ich mich zehn Jahre für die Leichtathletik abrackern und dann für eine Ungerechtigkeit bestraft werden?"
Doch auch bei einem Freispruch wäre für ihn nichts mehr wie früher: "In so einem Fall bleibt immer etwas an dir hängen, das kriegst du nie mehr weg."
(apa)
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