Donnerstag, 21. August 2003

Fußball-Klubs in Spanien und Italien drohen mit Boykott

  • Italien: Fast komplette Serie B will Meisterschaft bestreiken
  • Spanien: Profi-Klubs untereinander zerstritten

Vor Beginn der neuen Saison ist in Spanien und Italien Feuer am Dach. In der italienischen Serie B (zweite Liga) drohen 19 von 24 Vereinen, die Meisterschaft zu boykottieren. In Spanien wollen insgesamt 30 Klubs der beiden obersten Ligen streiken.

Aus Protest gegen die Erweiterung der italienischen Serie B von 20 auf 24 Klubs haben 19 italienische Fußball-Zweitligisten einen scharfen Protest gestartet. "Unsere Mannschaften werden sich an keinem sportlichen Event mehr beteiligen", hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Presseaussendung der Klubs.

Die 19 Zweitligisten wollen aus Protest an der am 31. August beginnende Saison nicht teilnehmen. Der italienische Fußballverband hatte am Mittwoch in Rom beschlossen, die Serie B von 20 auf 24 Vereine aufzustocken, um auf eine Klage des Zweitligisten Catania zu reagieren, der wegen des Abstiegs in der Relegation vor Gericht gezogen war. Catania, FC Genua und Salernitana wird durch die Aufstockung der Abstieg aus der zweiten Liga erspart, überraschend wurde auch Fiorentina ein Platz in der zweiten Klasse zugesprochen. Fiorentina war im Vorjahr Bankrott gegangen und musste in der Serie C2 (4. Liga) wieder neu starten. In der abgelaufenen Saison wurde Fiorentina Meister und qualifizierte sich damit für die Serie C1, die sie nun überspringen dürfen.

Profi-Vereine in Spanien gespalten
Die Frage eines Boykotts der spanischen Fußball-Ligen hat die Profi-Vereine in zwei Lager gespalten. Während die 22 Zweitligisten und 8 kleinere Klubs der Primera Division (G-30) zum Saisonauftakt in gut einer Woche einen "Streik" planen, wollen die 12 größeren Klubs (G-12) zu den angesetzten Spielen antreten.

Die Gruppe der 12 Großvereine, darunter Real Madrid, FC Barcelona und Deportivo La Coruna, beschloss, auch im Falle eines Boykott-Beschusses der G-30 ihre vorgesehenen Ligaspiele am 30. und 31. August auszutragen. "Wir lassen uns den Spielplan nicht von den Zweitligisten vorschreiben", sagte ein Sprecher der größeren Vereine.

Damit drohten den ärmeren Klubs nach Presseberichten vom Donnerstag im Falle eines Boykotts Punktabzüge. Die G-30 hatte für diesen Freitag eine Sitzung des Verbands der Profi-Ligen (LFP) angesetzt, um über einen möglichen Boykott zu entscheiden. Die Großvereine kamen überein, dem Treffen fernzubleiben.

Die Gruppe G-30 will mit einem Boykott des Spielbetriebs erzwingen, dass die ärmeren Profi-Vereine mehr Geld von den Fernsehanstalten für die Übertragungsrechte bekommen. Die Großklubs haben dagegen bereits jeder für sich Einzelverträge mit den TV-Sendern geschlossen.

(apa/red)

21.8.2003 15:44