Sonntag, 24. August 2003

Israel weist Waffenstillstandsangebot zurück

  • Pazner: "Vorschlag sei nicht ernst zu nehmen"
  • Palästinensische Sicherheitskräfte verhaften Terroristen

Die israelische Regierung hat ein Waffenstillstandsangebot der Palästinenserführung zurückgewiesen. Der Vorschlag sei "nicht ernst zu nehmen", sagte Regierungssprecher Avi Pazner am Sonntag in Jerusalem. "Solange die Terrorgruppen bestehen, gibt es keine Möglichkeit zu einer echten Waffenruhe." Erst nach der Entmachtung radikaler Gruppen könne der Friedensprozess weitergehen.

Am Samstag hatte der palästinensische Außenminister Nabil Shaath eine Waffenruhe zwischen Israel und der palästinensischen Autonomiebehörde "mit all ihren Organisationen" vorgeschlagen. Als Vorbedingung nannte die Palästinenserführung den Rückzug Israels aus den besetzten Autonomiestädten, die formelle Anerkennung der Palästinenserregierung durch Israel sowie ein Ende der "gezielten Tötung" von Palästinenserführern. Palästinensische Sicherheitskräfte haben unterdessen mit ersten Aktionen gegen mutmaßliche Extremisten begonnen. Dabei nahmen sie nach eigenen Angaben am Samstagabend im Gazastreifen mindestens zwölf Waffenschmuggler fest.

Israel hat die Palästinensische Autonomiebehörde wiederholt aufgefordert, die Extremistengruppen im Gazastreifen und Westjordanland zu entwaffnen und zu zerschlagen. Ministerpräsident Abbas hat eine freiwillige Vereinbarung zu einem dauerhaften Waffenstillstand angestrebt. Nach einem Selbstmordanschlag mit 21 Toten in Jerusalem und der darauf folgenden Liquidierung eines Hamas-Führers seitens Israels ist die Gewalt in den letzten Tagen aber wieder eskaliert.

In Nablus gingen am Samstag nach Armeeangaben rund 200 Jugendliche trotz eines Ausgehverbots auf die Straße und warfen Steine auf israelische Soldaten. Beim Einsatz von Gummigeschossen wurden 16 Demonstranten, darunter ein Elfjähriger, verletzt, wie aus Krankenhäusern verlautete. Am Sonntag feuerten militante Palästinenser erneut vom Gazastreifen aus eine Rakete nach Israel ab. Das Geschoss vom Typ Kassam 2 schlug nahe der Stadt Ashkelon ein, wie ein israelischer Militärsprecher mitteilte. Berichte über Schäden oder Verletzte lagen nicht vor. (apa/red)

24.8.2003 14:33