UNO nimmt Arbeit im Irak wieder auf - Wieder Tote bei Anschlägen
- Guerilla-Angriff auf Briten in Basra - Turkmenen bei Unruhen in Kirkuk getötet
- PLUS: Die BILDER vom verheerenden Anschlag in Bagdad!
·Irak-Resolution
Mehrheit in UNO fraglich
·Die BILDER
Anschlag auf UNO- Zentrale in Bagdad
·Pressestimmen
USA sind im Irak offenbar gescheitert
·"Most wanted"
Wer gefasst ist und wer gesucht wird!
·Anschlagsopfer
De Mello erfahrener Konfliktmanager
Die Vereinten Nationen haben am Samstag in Bagdad ihre Arbeit wieder aufgenommen. Nachfolger des durch Terror getöteten UNO-Sonderbeauftragten Sergio Vieira de Mello ist Romiro Lopes da Silva. Die Gewalt hat im Irak wieder Tote bei Besatzern wie Bevölkerung gefordert. Im südirakischen Basra wurden nach einer Verfolgungsjagd drei britische Soldaten getötet und einer verletzt, als ihr Auto gegen eine Mauer raste. Im nordiraischen Kirkuk wurden bei gewalttätigen Protesten schiitischen Turkmenen von der irakischen Polizei erschossen.
Großbritannien hat wegen der Gefahr eines Anschlags seine Botschaft in Bagdad schon seit Mittwoch evakuiert. Neben den Trümmern ihres am Dienstag bei einem Bombenanschlag zerstörten Hauptquartiers bezogen Mitarbeiter der UNO Zelte und Container.
US-Soldaten waren weiter dabei, die Trümmer der früheren UNO-Zentrale in Bagdad zu beseitigen. Insgesamt 24 Menschen waren bei dem Anschlag getötet worden, zu der sich eine bisher nicht bekannte islamistische Gruppe bekannt hatte. Die USA vermuten, Anhänger des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein oder Moslem-Extremisten hinter dem Anschlag.
Den ausländischen Mitarbeitern der UNO war nach dem Anschlag freigestellt worden, das Land zu verlassen. Rund die Hälfte nahm das Angebot an.
UNO-Generalsekretär Kofi Annan erklärte unterdessen, er wisse nicht von Ermittlungen gegen das irakische Wachpersonal, dem laut "New York Times" eine Beteiligung an dem Anschlag vorgeworfen wird. Dieser Verdacht sei dadurch aufgekommen, dass die Wachen zunächst Aussagen verweigert und einige von ihnen noch während der Herrschaft von Saddam Hussein für die UNO gearbeitet hätten, sagte ein UNO-Mitarbeiter in Bagdad. Die UN-Leute glauben aber nicht an Verrat.
Tote Briten in Basra
Unterdessen berichtete Einwohner Basras, dass Unbekannte von einem Auto aus auf den britischen Geländewagen mit den Soldaten geschossen hätten. Ein britischer Militärsprecher beschrieb den Vorfall als Guerilla-Angriff. Die Soldaten seien von der Ladefläche eines Kleinlastwagens aus automatischen Waffen beschossen worden. Nach Angaben von Augenzeugen stand nur "British Forces" (Britische Streitkräfte) auf der Wagenseite, eine offizielle Militärkennzeichnung habe gefehlt.
Tote Turkmenen in Kirkuk
Bei gewalttätigen Protesten von schiitischen Turkmenen in der nordirakischen Stadt Kirkuk wurden drei Demonstranten getötet. Die drei Männer seien von der irakischen Polizei erschossen worden, nachdem sie das Feuer auf einen Polizeiposten eröffnet hätten, teilte der Gouverneur mit.
Am Freitag war es in der Stadt Tus Churmatu südlich von Kirkuk zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Turkmenen und Kurden gekommen. US-Soldaten töteten dabei nach eigenen Angaben zwei Turkmenen. Der Bürgermeister sprach hingegen von fünf turkmenischen und drei kurdischen Todesopfern.
Bremer appelliert
US-Verwalter Paul Bremer rief unterdessen den irakischen Verwaltungsrat auf, in der Bevölkerung um Hilfe bei der Sicherung des Landes zu werben. Anhaltende Terrorakte und Sabotage würden die USA nicht von ihren Wiederaufbau-Bemühungen abhalten, betonte Bremer. Die Besatzungstruppen werden fast täglich Opfer von Anschlägen, wobei die im Norden stationierten Amerikaner häufiger im Visier sind als die im Süden stationierten Briten.
(apa, red)
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