Geiselnahme in Krankenhaus in Inguschetien
- Vermummte stürmten Poliklinik - sie halten fünf Patienten gefangen
Geiselnahme in Inguschetien: Dutzende Vermummte stürmten Freitag Vormittag eine Poliklinik in Sunscha, an der Grenze zu Tschetschenien. Sie nahmen fünf Patienten als Geiseln. Laut Innenministerium dieser russischen Region könnte es sich bei den Angreifern um Sicherheitsbeamte des von Moskau eingesetzten Präsidenten Tschetscheniens, Achmad Kadyrow, handeln.
Dessen Sprecher wies die Vorwürfe entschieden zurück.
Tschetschenische Flüchtlinge in Inguschetien haben den von Kadyrows Sohn Ramsan geleiteten Sicherheitsdienst schon des öfteren beschuldigt, in Raubüberfälle, Morde und Entführungen verwickelt zu sein. Der Pressedienst des amtierenden Präsidenten erklärte indessen, mit Anschuldigungen dieser Art wolle man nur die Chancen Kadyrows bei der bevorstehenden Präsidentenwahl mindern.
Für die Wahl am 5. Oktober haben sich insgesamt zehn Bewerber registrieren lassen. Nach Ansicht der russischen Regierung stellt die Abstimmung einen wichtigen Schritt zum Frieden in der abtrünnigen Kaukasusrepublik dar. Kritiker halten eine Beilegung des Tschetschenien-Konflikts jedoch nur in Verhandlungen mit den Rebellenführern für möglich, was der Kreml aber ablehnt.
Unterdessen riefen 28 Nichtregierungsorganisationen in Tschetschenien zum Boykott der Wahl auf. Mit einem fairen Verlauf der Abstimmung sei nicht zu rechnen, hieß es zur Begründung. (apa)
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